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ATV-Verkauf: „Optimale Lösung“ und kritische Stimmen

Verkauf an ProSiebenSat.1 Puls 4-Gruppe bestätigt: Genehmigung ausständig

Der Verkauf des österreichischen Privatsenders ATV an die ProSiebenSat.1 Puls 4-Gruppe wurde mit der Unterzeichnung der Verträge am 6. Februar bestätigt. Die Anmeldung der geplanten Fusion an die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) ist erfolgt, die kartellrechtliche Prüfung und Genehmigung sind noch ausständig. Österreichische Medienlandschaft in Aufruhr. Die geplante Übernahme von ATV durch die P7-Gruppe ist für ATV-Eigentümer Herbert Kloiber eine „optimale Lösung“. Markus Breitenecker, Geschäftsführer der P7-Gruppe, gibt die nachhaltige Stärkung des Senders ATV auf dem österreichischen Markt als Ziel des Kaufes an. Die Fusion des österreichischen Privatsenders mit der P7-Gruppe sorgt in der österreichischen Medienlandschaft jedoch für Wirbel. Kritische Stimmen sind zu vernehmen, die über den Zusammenschluss nicht glücklich sind. Machtkonzentration am TV-Markt. Der Geschäftsführer des Verbandes Österreichischer Zeitungen (VÖZ), Gerald Grünberger, sieht in der Übernahme durch die ProSiebenSat.1 Puls 4-Gruppe eine Machtkonzentration auf dem TV-Markt, die aufgrund der Angebote anderer österreichischer Medienhäuser (Mediaprint, die Heute-Gruppe und die Mediengruppe Österreich hatten ihr Interesse am Erwerb bekundet) nicht gerechtfertigt sei. Grünberger stellt die kartellrechtliche Genehmigungsfähigkeit der Fusion offen infrage und warnt vor den Folgen einer Übernahme: „Weniger Abwechslung für das Publikum und langfristig höhere Preise für die gesamte Werbewirtschaft – über die Konsequenzen einer noch drastischeren Konzentration am Fernsehmarkt sollten sich die Wettbewerbshüter keine Illusionen machen.“ Wrabetz-Wortwahl in der Kritik. ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz fordert in einem Tweet Auflagen zum Schutz der österreichischen Medienlandschaft und erregt zudem durch die Wortwahl seines Statements Aufsehen:„ATV-Anschluss an deutschen P7-Konzern perfekt. Auflagen zum Schutz österreichischer Medien vor deutscher Marktmacht notwendig. BWB am Zug.“ Die Bezeichnung der Fusion als „Anschluss“ sorgt für Furore im Netz. Der Begriff wird vor allem mit dem „Anschluss“ an Nazi-Deutschland 1938 assoziiert. Puls 4-Infochefin Corinna Milborn kritisiert Wrabetz’ Wortwahl scharf. „Ich finde das wirklich skandalös“, so Milborn via Twitter.