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Zur richtigen Zeit die richtigen Köpfe

Virtuelle Agenturen stehen derzeit in Deutschland voll im Trend. Arbeiten auf Abruf ist in Österreich hingegen noch nicht richtig angekommen.

Das Konzept klingt zunächst nicht schlecht: Nach Bedarf und Zuruf gibt es Anbieter, die schnell, individuell (und günstig) für Kunden Aufträge abwickeln. Virtuelle Agenturen nennt sich dieses meist lose Netzwerk verschiedener Kreativ-Dienstleister, die für einen bestimmten Auftrag oder einfach nur auf Zeit für Kunden Arbeiten übernehmen. In Deutschland sprießen diese Projekt-Kreative förmlich aus dem Boden, es wird bereits ein echter Trend prognostiziert. In Österreich steckt (noch) nicht viel dahinter.
Nicht neu. „Ich kann nicht feststellen, dass es hier einen echten Trend gibt“, beurteilt Konrad Mayr-Pernek, Geschäftsführer der Mediaplanungsagentur MEC das aktuelle Phänomen in unserem Nachbarland. Das Konzept als solches sei außerdem auch nicht neu: „Einmal sind es Personen, die zu einer virtuellen Gruppe zusammengefasst werden, einmal sind es Agenturteile, aus denen etwas Neues zusammenwächst“, so Mayr-Pernek: „Das gab’s z.B. auch in den frühen Phasen von ONE, mit DMC und Herzog’s“. Gefühlt bewährt, so der Agenturleiter, habe sich die Konstellation oft dann, wenn Kunden vor großen, neuen Herausforderungen stehen, etwa bei Launches, Re-Launches oder bei verfahrenen Agenturbeziehungen bzw. als Übergangslösungen, bevor man sich wieder in eine kontinuierliche Zusammenarbeit begibt. „In so einem Konzert braucht es aber neben diesen neuen Impulsen aber immer auch ‚Stammspieler‘, die das große Ganze ein wenig zusammenhalten.“
Verliebt und Liebe. Freilich seien für ihn beide Szenarien nachvollziehbar, auch liege dieser vermeintliche Trend ein wenig in der Natur der Sache. Mayr-Pernek: „Es ist ein wenig wie die Sache mit der Entwicklung von Verliebtheit zur Liebe oder vom Verhältnis zur Ehe. Jeder findet zu verschiedenen Zeitpunkten in den verschiedenen Spielvarianten seine Vorteile für sich.“ Für ihn stelle sich jedoch eher die Frage, dass „zur richtigen Zeit, die richtige Konstellation für die richtige Aufgabenstellung zu finden ist“. Und manchmal ist es einfach das zwanglose „Pantscherl“ zwischen zwei tiefergehenden Beziehungen…