Die Halbjahresdaten der Österreichischen Auflagenkontrolle (ÖAK) sind da: Die Verlage können auf teilweise deutlich gestiegene ePaper-Quoten verweisen.

Auf den ersten Blick scheint alles so zu sein wie immer: Laut aktuellen Erhebungen der ÖAK (für das 1. HJ 2017) gehen die Printauflagen (verkaufte Auflagen) tendenziell bei den Kauf-Tageszeitungen zurück, bestenfalls können die Zahlen gehalten werden. Ein ähnliches Bild zeigt sich auch bei den Kauf-Wochenzeitungen. Für Überraschungen gut sind wieder einmal die Publikationen der Verlagsgruppe News (VGN): Hier können einige Medien mit Zugewinnen im Printbereich punkten, allen voran tv-media. ePaper-Überraschungen. Eine deutliche Handschrift zeigen die ePaper-Strategien der Verlage. Es sind nun erstmals Jahres-Zeitraum-Vergleiche möglich (jeweils 1. HJ 2016 mit 2017), die den ePaper-Fokus der Medienhäuser bestätigen. Denn trotz teilweise gleichbleibender Printauflagen konnten im selben Zeitraum die digitalen Verkäufe der Zeitungen und Magazine großteils mehr als deutlich ausgebaut werden. Auch hier legt die VGN mit ihren Titeln, deren Digitalverkäufe prozentuell fast durchgängig im guten zweistelligen Bereich liegen, die Latte hoch. Doch auch die Kauf-Tageszeitungen können einae teilweise eine Verdoppelung ihrer ePaper-Anteile (an der verkauften Auflage) vorweisen. Auch die Anstrengungen der Mediengruppe Österreich (MGÖ) scheinen sich auszuzahlen: Sowohl Österreich als auch Madonna mit Österreich können beachtliche ePaper-Quoten präsentieren (Österreich legte sogar bei der Printauflage/verkaufte Auflage zu). Apropos Österreich: Beim Vergleich der Printauflagen (verbreitete Auflage) hat Heute gegenüber seinem Gratis-Mitbewerb zwar noch die Nase voran, aber der Abstand wird zusehends geringer. In Wien liegen die Auflagen der beiden Gratis-Boulevardmedien bereits nahezu gleichauf: 356.244 Stück (Heute) zu 351.231 (Österreich). Radiotest 2016/17. Grundsätzlich sind Österreichs Radiomacher guter Laune. Die aktuellsten Daten des Radiotests 2017_2 (gemessen für den Zeitraum 2. HJ 2016 und 1. HJ 2017) zeigen, dass Radio mit 77 Prozent Tagesreichweite und 183 gehörten Minuten weiterhin ein intensiv genutztes Medium ist. „Der Radiotest zeigt eindrucksvoll, dass kein anderes Medium eine derart hohe Bedeutung im Alltag der Österreicher Innen hat wie Radio“, freut sich freilich wenig überraschend Joachim Feher, Geschäftsführer des Privatradio-Vermarkter RMS Austria: „Wenn ich die Stärken von Privatradio bei den Jüngeren und im urbanen Gebiet sehe, dann lässt mich dies für Privatradio extrem positiv in die Zukunft blicken“, sieht Feher die RMS-Sender „auf Augenhöhe mit Ö3“. Die ORF-Radios können sich prinzipiell über eine gute Positionierung bei den HörerInnen freuen, wiewohl bei den regionalen Ö2-Sendern leichte Rückgänge zu verzeichnen waren. Ö1, FM4 und Ö3 schnitten beim Radiotest mit gleichbleibenden (FM4) bzw. sogar leicht steigenden Reichweiten ab. Ö3-Senderchef Georg Spatt sieht sich durch diese Zahlen in seiner Arbeit bestätigt: „Dem Radiomarkt in Österreich geht es hervorragend, und Ö3 ist dabei treibende Kraft. Besonders freut mich, dass wir zum 50. Geburtstag von Ö3 so deutlich demonstrieren können, wie groß und gleichzeitig wie innovativ Ö3 als Programm und als Marke wahrgenommen und eben auch gemessen wird.“ Als Gründe identifiziert Spatt „wenige, aber wesentliche Charaktereigenschaften“, die man konsequent verfolge: „Ö3 ist eine Ideenwerkstatt! Und der öffentlichrechtliche Auftrag und die damit verbundene Verantwortung sind in der DNA von Ö3 und in unserer täglichen Unternehmenskultur fest verankert.“ Ernst Swoboda, Geschäftsführer des größten, bundesweit ausstrahlenden Privatsenders KroneHit, muss den aktuellen Radiotest-Daten „einen leichten Rückgang der Reichweiten nach dem Erreichen der Spitzenwerte nach einem jahrelangen Wachstum“ entnehmen. Er ist jedoch nicht sonderlich beunruhigt: „Das ist an sich ein normaler Verlauf. Bemerkenswert ist allerdings das leichte Ansteigen der Reichweiten von Ö3, das darauf zurückzuführe nist, dass Ö3 seit geraumer Zeit durch Erhöhung der Musikquantität und Reduzierung von Wortanteilen noch ‚privater‘ und kommerzieller geworden ist – was wiederum für Sender wie KroneHit den Markt etwas verengt.“ Blick in die Radio-Zukunft. Welche Erwartungen kann man aus dem Radiotest ableiten? Ö3-Senderchef Spatt: „Ö3 ist ein sich ständig erneuernder Organismus. Eine entsprechende Präsenz auf den vielfältigen neuen Empfangskanälen ist dabei eine ebenso große Herausforderung wie der Wettbewerb um die Aufmerksamkeitder Hörer bzw. User auf eben diesen stark umkämpften Devices.“ Gelassen gibt sich KroneHit-Chef Swoboda: „Wir werden – so wie auch in den Jahren des steilen Aufschwunges – keine radikalen Veränderungen vornehmen, sondern so wie bisher versuchen, uns auf dem gleichbleibenden Weg ständig ein kleinwenig neu zu erfinden.“ Was für ihn auch noch zählt: „Wir werden noch lauter als bisher die Rückkehr vor allem von Ö3 zu einer öffentlich-rechtlichen Gestaltung einfordern.“  
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