Grüner drucken oder Etikettenschwindel?

Gastkommentar

Als klassisches produzierendes Gewerbe mussten sich Druckereien schon früh mit dem Thema Umweltschutz auseinandersetzen und mit unterschiedlichsten Anforderungen der Zertifikate. Neben dem Ruf nach“ green printing“ warnen Kritiker jedoch auch verstärkt vor „greenwashing“. Immer mehr Kunden verlangen nach umweltfreundlichen Printprodukten und Zertifizierungen als Nachweis. Die Schwierigkeit: Das reine Gewissen der Kunden darf meist nicht (viel) mehr kosten, und der Logo-Wald an Umweltzeichen ist eine erklärungsbedürftige Herausforderung. Dabei ist die Druckereibranche Vorreiter beim Umweltschutz. Bereits in den 1980er-Jahren entstand regulatorisch bereits die Umweltmappe für das grafische Gewerbe, die als Vorlage für die heutige Richtlinie des Österreichischen Umweltzeichens diente. Rohstoff oder Produktionskette? Heute gibt es zu fast jedem Ausgangsmaterial von Printprodukten ein Umweltzertifikat, am bekanntesten sind die Papier-Zertifikate FSC und PEFC. Das Österreichische Umweltzeichen für Druckerzeugnisse führt diese Einzel-Zertifikate zusammen und prüft darüberhinaus den Energieverbrauch bei der Produktion sowie die Abfallwirtschaft. Print CO2-kompensiert geht einen Schritt in Richtung Produkionskette und zertifiziert die gesamte CO2-Bilanz einer Produktion inklusive Transportwegen. Zertifiziert wird hier jedoch immer das Endprodukt. Nachhaltigkeit heißt ökonomisch arbeiten. Im Gegensatz zu Öko-Labeln ist Corporate Social Responsibility (CSR) ein Management-Ansatz, der auf verantwortliches Wirtschaften des gesamten Unternehmens abzielt: Produktive Kernprozesse, die wenig unnötigen Abfall generieren und Energie effizient nützen, sind gut für die Umwelt und sichern den Ertrag des Unternehmens. Gut bezahlte Mitarbeiter, deren Interessen wahrgenommen werden, sind motiviert, produktiver und loyaler. Nachhaltige Werkstoffe, wie Papier aus zertifiziertem Anbau, biologisch abbaubare Farben und Lacke ohne schädliche Lösungsmittel machen auch das fertige Druckwerk leichter recyclebar, und das Unternehmen spart Kosten bei der Entsorgung. Schließlich ist Nachhaltigkeit kein Almosen, sondern im Idealfall ein Teil der Unternehmensstrategie. Green Printing braucht Beratung. Green Printing ist in vielen Druckereien bereits Realität, ein Großteil der Druckereien im Verband Druck & Medientechnik kann sogar mehrere Zertifizierungen aufweisen. Der Druck, mitzumachen, ist groß, der Label-Kult jedoch auch. Wie sollen sich hier Menschen auskennen, die zwar etwas für die Umwelt tun möchten, aber kein Detailwissen haben? Ganz einfach – fragen und zuhören. Nur einen Zettel in die Höhe zu halten reicht definitiv nicht, um die – wenn auch geringen – Mehrkosten für zertifizierte Papiere, Biofarben und hohe Produktionsstandard wirtschaftlich zu verdienen. Wer aber eine Zertifizierung aus der Überzeugung eines Verbesserungsprozesses macht und sich bewusst ist, dass Umweltschutz ein Teil des Geschäfts ist, kann und wird profitieren, weil dann Nachhaltigkeit zur persönlichen Geschichte des Unternehmens wird. Hinzu kommt: 2018 werden EU-weitverpflichtend die ersten Geschäftsberichte von großen Unternehmen und öffentlichen Institutionen auch ein Kapitel über ihre nicht finanziellen Angelegenheiten, etwa beim Umweltschutz enthalten. Und damit wird auch der Druck auf Lieferanten steigen, hier nachzuziehen. Wer sich bereits mit CSR und Nachhaltigkei tbeschäftigt, ist hier klar im Vorteil. Mag. Alexandra Zotter ist Geschäftsführerin des Verband Druck & Medientechnik. Der Verband bietet Zertifizierungen nach CSR, Print CO2-kompensiert und PSO-Standard Offset an. verband [at] druckmedien [dot] at Über den Verband Druck & Medientechnik Der Verband Druck & Medientechnik besteht seit 1872. Er ist die einzige umfassend kompetente und unabhängige Unternehmensvertretung für die grafische Branche in Österreich. Der Verband vertritt rund 220 Unternehmen vom Kleinbetrieb bis zum internationalen Konzern. International ist er in der FESPA (Federation of European Screen Printers Associations) und Intergraf organisiert. Präsident ist Gerald Watzal, Geschäftsführender Gesellschafter von Offset 5020, Geschäftsführerin ist Mag. Alexandra Zotter. Rückfragen bitte an Verband Druck & Medientechnik Mag. Alexandra ZotterT : +43 1/512 66 09, E.: verband [at] druckmedien [dot] atwww.druckmedien.at, Grünangergasse 4, 1010 Wien, Pressestelle Verband Druck & Medientechnik Mag. Katharina Scheyerer-Janda, T.: +43 699/11 88 23 16, E.: office [at] meinungsbild [dot] at