Das mediale Bett scheint zwar bequem, ausruhen wollen sich die regionalen Medienmanager dennoch nicht. Denn es gilt, sich für die Medienzukunft zu rüsten.

Platzhirsch“ Regionalmedien Austria (RMA), in den Bundesländern hauptsächlich über die „Bezirksblätter“-Schiene für Leser erreichbar, tut sich wohl mit gut 80 lokalen Geschäftsstellen im ganzen Land verteilt relativ leicht. „Laut Media-Analyse interessieren sich 84 Prozent der österreichischen Bevölkerung für Informationen über ihre nähere Umgebung“, betont Marketingleiterin Kerstin Traschler die Vorteile einer dezentralen Struktur. Diesen Informationsbedarf stille man mit österreichweit 127 Printund 118 Online-Ausgaben, erzählt Traschler. Ähnlich sieht dies auch Mario Oberhauser. Der Chefredakteur und Herausgeber des Russmedia- Regionaltitels Wann & Wo (Vorarlberg) sieht sich gegenüber überregionalen Kaufmedien im Vorteil: „Kaufzeitungen sind im Rahmen der Digitalisierung auf der Suche nach sinnvollen Paid-Content- Modellen, um schwindende Aboeinnahmen im Print digital kompensieren zu können. Wir können uns auf andere Themen konzentrieren. Denn im Vergleich zu überregionalen Medien haben wir mit unserer lokalen bzw. hyperlokalen Berichterstattung klare Vorteile.“

Optimale Verbindung

Für Josef Gruber, Präsident des Verbandes der Regionalmedien Österreichs (VRM) und Geschäftsführer der oberösterreichischen Tips, wird es künftig noch bedeutender sein, das Wechselspiel zwischen Print und Online optimal zu nutzen. „Online wollen wir unseren Lesern bzw. Usern vor allem möglichst schnell einen gut recherchierten Content zur Verfügung stellen. Die ausführlichen Hintergrundberichte und umfassende Berichterstattung folgt dann in der nächsten Printausgabe.“ Anhand der Zugriffszahlen der Leser erkenne man, welchen Zuspruch regionale Storys auch online finden, freut sich Gruber. Gerade in Zeiten von Fake News und einer fast unüberschaubaren Menge an Nachrichtenquellen punkte man mit regionalen Nachrichten und exklusiv recherchierten Themen, erzählt Gruber: „Wir sind nicht von Nachrichtenagenturen abhängig, sondern erhalten unsere Neuigkeiten direkt vor Ort, und diese Berichte finden unsere Leser in unseren Medien.“  
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