Facebook lässt mit einer technologischen Innovation zur physischen Wahrnehmung von Informationen aufhorchen. Für Werber eine spannende Sache.

Digitalriese Facebook gibt sich wieder einmal zukunftsorientiert: Die Entwickler arbeiten an einer neuen Technologie, durch die man über den Körper Informationen z.B. Nachrichten wahrnehmen kann. „Transcutaneous Language Communication“ (TLC) nennt sich diese Innovation, die an einen Gips am Arm erinnert. Dieses Device setzt Tastsensoren ein, um Schwingungen zu übertragen. Hilfreich soll diese Art der Info-Übermittlung für jene sein, die gerade keine Hand frei haben zur Handybedienung. Speziell für die Werbung, wo es ja um Gefühle, Beeinflussung und Bedürfnisweckung geht, soll dieser Ansatz revolutionär sein, da am Ende der (positiven) Beeinflussung eine Konsumhandlung steht.
Zukunft. Ein eindeutiges „Daumen hoch“ ist aus Werbekreisen jedoch nicht zu erhalten. „Exzellente Werbung löst immer Emotionen aus: Vom Kribbeln im Bauch, über Gänsehaut bis zu lautem Lachen. Dazu braucht es per se keine eigenen Devices“, meint dazu Reinhard Schwarzinger, Geschäftsführer des Creativ Club Austria (CCA). Allerdings brächten neue technische Entwicklungen für Kreative aber immer neue Möglichkeiten, Konsumenten zu begeistern und kreative Exzellenz mit der technischen Innovation auf ein neues Level zu heben, ist Schwarzinger überzeugt: „Großartige Werbung vermag es, Menschen durch Relevanz und Emotion zu berühren. Neue Devices bieten neuen Raum für Kreativideen.“ Dabei sollte der User aber nie aufdringlich gestört werden, um den Spaß an der Auseinandersetzung mit technischen Gadgets und guter Werbung nicht zu verderben, warnt der CCA-Geschäftsführer.
Sinnvoller Einsatz. Sind solche Innovationen prinzipiell schon wünschenswert? Schwarzinger: „Aus heutiger Sicht stehen Wearables am Beginn ihrer Entwicklung. Manche Apps wie Runtastic profitieren stark von den generierten Daten und bieten auch individuelle Marketingmöglichkeiten, die der Kreation einen neuen Rahmen bieten“. Große, sinnvolle Wirkung können sie vor allem im Healthcare-Bereich haben, führt Schwarzinger weiter aus. Mit zunehmender Digitalisierung der Lebenswelt könne es aber auch sein, dass die Menschen eine Distanz zu solchen Devices als Teil einer höheren Lebensqualität suchen: „Das momentane Vertrauensdefizit in die Datenkrake Facebook spielt eine große Rolle, wenn Konsumenten ihr eigenes Digital- und Datenverhalten überdenken. Kreation wächst mit den Umsetzungsmöglichkeiten, weswegen Kreative grundsätzliche eine große Offenheit gegenüber neuen Tools haben“, so der CCA-Geschäftsführer. Schließlich werden die Devices erst durch den Content spannend…
Autor: Erika Hofbauer