Eine Befragung der Leseplattform Readly ergab, dass Leser eMagazine für eine Verbesserung der eigenen Mediennutzung halten.

Qualität und Leichtigkeit. Das sind die Hauptgründe, die aktuelle und ehemalige Nutzer der Plattform Readly in einer neuen Befragung angegeben haben, warum sie eMagazine lesen. Der „Digitale Lesereport 2018“ erhob in dieser Umfrage auch gleich das prinzipielle Magazine-Leseverhalten. So gaben die User an, aufgrund der digitalen Möglichkeiten sogar mehr Magazine zu lesen als früher. Denn dank Flatrate- und Abo-Angeboten digitaler Plattformen und Verlage brauche man nicht mehr das ganze Heft zu kaufen, sondern nur mehr einzelne Artikel. Die Ergebnisse des Lesereports sind für die arrivierten Magazinverlage in Österreich nicht verwunderlich, arbeiten sie doch schon seit geraumer Zeit mit digitalen Möglichkeiten.
Randprodukt. Jochen Hahn, Geschäftsführer der zum Styria-Verlag gehörenden missMEDIA GmbH, will die Zahlen dennoch mit Vorsicht genießen: „Das Ergebnis verwundert nicht, hat doch Readly die Befragung unter ihren Kunden gemacht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Umfrage in einem repräsentativen Sample zu ähnlichen Ergebnissen kommt.“ eMagazine sind für ihn ein Randprodukt und sie richten sich an die Zielgruppe der „Digital Transformers“, also User, die ursprünglich aus der „alten Welt“ kommen und nun zunehmend digitale Angebote konsumieren. „Für Digital Natives sind eMagazine dagegen begrenzt interessant und sie entsprechen aufgrund ihrer Aufmachung auch nicht den Usergewohnheiten dieser Zielgruppe, die hauptsächlich in Social Networks liegen.“ Markus Fallenböck, Geschäftsführer B2C der Verlagsgruppe News (VGN), betrachtet die Befragungsergebnisse als positiv – und sieht die hauseigenen Strategie bestätigt: „Wir waren ja als VGN ein First Mover und von Anfang an bei den neuen Plattformen dabei, von read.it über blendle bis zu readly. Die Ergebnisse passen auch zu unseren Erfahrungen, die wir mit den eigenen ePaper-Angeboten etwa im Abo machen.“ Erfreulich sei, dass man durch ePaper die Menschen im Urlaub und unterwegs besonders gut erreichen könne – Stichwort „Transportvorteile“: „Dadurch können wir die Nutzungskette weiter abdecken: ePaper für unterwegs und Print für das genussvolle bzw. konzentrierte Lesen zu Hause oder im Büro.“ Sehr positiv betrachtet der VGN-Manager auch die durchschnittliche Lesezeit in digitalen Leseangeboten von 21 Minuten am Stück: „Monatlich werden so nahezu 8 Stunden lang Magazine konsumiert. Verglichen mit den Sekunden oder wenigen Minuten bei Online-Medien zeigt das die intensive Beschäftigung mit unseren Inhalten.“
Weitere Pläne. Bei miss fühle man sich „sehr wohl in dem, was wir tun“, führt Hahn zur Strategie weiter aus: „Wir setzen auf Maximierung von Reichweite und Engagement in sozialen Netzwerken. Wir tun dies sehr zielgruppenspezifisch, um so möglichst hohe Relevanz bei Userinnen zu erzeugen. Diese digitale Relevanz strahlt auch auf unser gedrucktes Magazin ab.“ Hahn setzt dabei in der Verbreitung zunehmend auf Kostenlos-Modelle, weil es einfach der Zielgruppenerwartung entspricht: „eMagazine sind dabei in kleinstmöglicher Weise in unserem Fokus. Digital Natives sprechen in sehr geringem Maße darauf an, daher verzichten wir weitestgehend auf diesen Absatzkanal.“ VGN-Manager Fallenböck sieht sich ebenfalls am richtigen Weg: „Natürlich machen wir im Thema ePaper alle gerade eine Lernkurve durch. Genau deshalb ist es unsere Strategie, bei verschiedenen Systemen dabei zu sein. Und wir möchten über diese Plattformen unseren Leser/innen Angebote machen, die wir als VGN alleine nicht anbieten können – wie etwa eine verlagsübergreifende Flatrate.“ Gerade readly entwickle sich hier stark, glaubt Fallenböck, da gerade bei einigen Titeln höhere 4-stellige Downloadzahlen pro Ausgabe erreicht werden. Auch die Umsätze, erläutert er, entwickeln sich in diesem Segment positiv und sind bereits 6-stellig. Daneben forciere man aber auch die eigenen ePaper-Angebote  – „sowohl stand alone als auch im Kombi mit Print“.
 
Jochen Hahn, GF missMEDIA GmbH