Die Programmatic-Plattform Appnexus bietet Publishern Geld-Zurück-Garantie, wenn Anzeigen in einem unerwünschten Werbeumfeld erscheinen.
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Martin Gaiger, Telekurier
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Die Werbeplattform Appnexus – zuletzt als Übernahmekandidat des US-Telekomriesen AT & T als „werbliches Gegengewicht“ zu Google und Facebook genannt – geht in Sachen Brand Safety in die Offensive. Der Werbehändler will künftig seinen Kunden Mediakosten und Gebühren zurückerstatten, wenn die digital ausgespielte Werbung trotz des Einsatzes der hauseigenen Technologie in einem betrügerischen Umfeld landet. Bereits seit Jahresbeginn setzt Appnexus auf Werbeinventar, deren Quellen von den Publishern als Verkäufer bestätigt wurden. Wie gut dieses Angebot bei den Appnexus-Kunden ankommt, bleibt wohl einmal abzuwarten. Erste Skepsis macht sich dennoch breit, wie Kurier Digital-Chef Martin Gaiger erzählt: „Warum schaltet denn Appnexus überhaupt in Umfeldern, die es notwendig machen, solche Versprechen machen zu müssen? Wie kann man solch einem Unternehmen Werbegeld anvertrauen?“
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Michael Eder, Geschäftsführung Krone Multimedia
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Problematische Entwicklung. Gerade Appnexus ist – wie andere Anbieter auch – in den vergangenen Jahren bereits oftmals diesbezüglich kritisiert worden, analysiert Gaiger: „Die Weiterführung solcher Geschäftspraktiken mit so einem Versprechen zu kombinieren, müsste bei Werbern alle Alarmglocken schrillen lassen.“ Das eigentliche Problem sei die Geschäftsgebarung großer internationaler Netzwerke, so Gaiger weiter: „Mit 3rd-Party-Cookies Daten sammeln und diese Daten mehrfach wieder zu ‚verschachern‘, mit dem Versprechen, bestimmte Zielgruppen – ungeachtet der Qualität des Umfeldes für Werbung – zu erreichen, das ist die Schwierigkeit.“ Kein Wunder, meint der Kurier Digital-Chef, dass so viele User nach wie vor mit AdBlockern reagieren. Er schöpft aber Hoffnung: „Die Marktsituation wird sich in den nächsten Monaten verändern. Qualität, wie vor allem durch seriöse Medien angeboten, wird sich bei ebenso seriösen Werbern durchsetzen.“ Heilversprechende AdTech-Unternehmen werden es in Zukunft schwer haben, glaubt Gaiger: „Zuviel ist passiert.“ Michael Eder, Geschäftsführer Krone Multimedia, erachtet zunächst jegliche Initiative, die AdFraud den Kampf ansagt, als begrüßenswert: „Ads.txt setzen wir bereits seit 2017 ein und geben unseren Media-Einkäufern damit Sicherheit betreffend Herkunft der Werbeplätze.“ Als Premium-Publisher mit eigenem Einzelangebot sei man jedoch der AdFraud-Gefahr nicht in dem Maße ausgesetzt wie Ad-Networks, betont Eder. Autor: Erika Hofbauer