© AdobeStockQualitätspresse behauptet sich, Boulevard ist leicht angezählt, e-Paper-Nutzung steigt stetig.

Die Auswertungen der halbjährlich im Rahmen der Media Analyse (MA) abgefragten Reichweiten-Daten österreichischer Medien werden immer mit Spannung erwartet – und bergen immer wieder einige Überraschungen. So zeigen die aktuellen Zahlen, dass zwar insgesamt die Tagesnetto-Reichweite der Zeitungen und Zeitschriften um gut zwei Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gefallen sind. Einige Titel sorgten jedoch vereinzelt für positive Aufmerksamkeit.

Qualität vs. Boulevard. So konnten die Presse und Der Standard im Vergleichszeitraum mit doch deutlichen Reichweiten-Gewinnen zwischen 0,5 und 1 Prozent aufwarten. Auch für den Kurier ist es vergleichsweise gut gelaufen in Sachen Leserzahlen. Einiges an Federn lassen musste hingegen der Boulevard. Die Kronen Zeitung – freilich noch immer die größte Kauf-Tageszeitung des Landes – verlor gut zwei Prozentpunkte an Reichweite und fiel unter die 2,1 Millionen-Leser-Grenze. Noch dramatischer war der Einbruch in Wien: Hier musste die Krone Reichweiten-Einbußen in Höhe von vier Prozentpunkten hinnehmen. Auch den Mitbewerbern am Boulevard erging es laut Media Analyse nicht besser. Die hauptsächlich in Ost-Österreich erscheinende Gratis-Zeitung Heute konnte zwar landesweit annähernd die Leserzahlen halten, in der Bundeshauptstadt ging die Reichweite jedoch um gut 2,5 Prozentpunkte zurück. Der ebenfalls am Boulevard tätige Gratistitel Österreich der Mediengruppe Österreich (MGÖ) verlor gleichfalls einige Leser – sowohl bundesweit als auch in Wien.

Bundesländer. Überraschungssieger bei den Bundesländer-Medien  ist diesmal die Tiroler Tageszeitung (TT) der Moser Holding. Der Titel konnte um fast vier Prozentpunkte zulegen und erreichte im Beobachtungszeitraum gut 288.000 Leser. Mit diesem Ergebnis können die anderen Tagesmedien aus den vornehmlich westlichen Bundesländern nicht aufwarten, hier waren zum Teil doch erkennbare Reichweiten-Rückgänge zu verzeichnen. Wie immer – könnte man fast sagen – zeigte sich die Kleine Zeitung des Styria-Konzerns als medialer Fels in der Reichweiten-Brandung: Die Leserzahlen blieben bei der Kleinen 2017/18 ebenfalls stabil.

Magazine. Bewegung ist auch in die wöchentlich erscheinenden Kaufund Gratis-Medien des Landes gekommen – wiewohl nicht so ganz im Sinne der Medienmacher. Die NÖN konnte sich als Kauf-Wochenzeitung dabei noch relativ stabil halten. Die erfolgs- und reichweitenverwöhnten regionalen Gratis-Wochentitel wie beispielsweise tips in Oberösterreich oder die Zeitungen der Regional Medien Austria  (RMA) mit den Bezirksblättern in der Bundesländern haben laut den Daten der MA einige Rückgänge bei den Leserzahlen hinnehmen müssen. Durchwachsen zeigt sich auch das Bild unter den Zeitschriften und Magazinen. Relativ reichweiten- stabil konnten sich die Titel der Verlagsgruppe News (VGN) präsentieren, mit Negativ-Rausreißern wie TV-Media. Gewinn und Geo konnten hingegen – ebenso wie die Fachzeitschrift Medizin populär – leichte Zugewinne bei den Leserzahlen erzielen.

ePaper. Seit gut zwei Jahren fragt die Media Analyse auch die – gelegentliche oder auch ausschließliche – Nutzung von ePaper-Varianten der heimischen Zeitungen und Zeitschriften ab. Bei den Werten zur ePaper-Nutzung handelt es sich jedoch nicht um Reichweiten, sondern nur um Auskünfte über das zumindest gelegentliche Lesen von ePaper-Produkten. Bei diesen Zahlen können die Medienmacher durchaus zufrieden sein.