© Exentia-AdobeSstockFrüher war alles anders: die Welt, die Medien und die Werbung sowieso.

Und zugebenermaßen: Es war vielleicht ein bisschen einfacher. Wobei das wiederum auf den Blickwinkel ankommt. Wollte man früher als KMU eine Werbung schalten, faxte man eine Anzeige an die Lokalzeitung, und wenn man hoch hinaus wollte, einen sündteuer produzierten Spot an den lokalen Fernsehsender, und damit war alles erledigt. Einfach, oder? Ein bisschen schade war es natürlich schon, dass man nie feststellen konnte, wer die Werbung eigentlich genau sehen würde und wann und wie oft. Aber das war eben unmöglich und damit auch keinen weiteren Gedanken wert. Diese Zeiten sind nun auf jeden Fall vorbei. Sicherlich macht es noch Sinn, Anzeigen an lokale Medien zu vergeben, keine Frage. Aber wir befinden uns hier und heute im Zeitalter des Mediamix, was bedeutet: Werbung wird verteilt. Auf Kanälen. Analog und Digital. Womit wir bei Digital wären. Dem Werbekanal, wo man beinahe alles messen kann.

Wer alles messen und bestimmen kann, hat natürlich mehr Arbeit, weil das „Anzeigenfaxen“ nur den Beginn der eigentlichen Reise darstellt. Doch es erschließen sich eben so auch viel mehr Möglichkeiten, die Ihnen der MedienManager in den folgenden Zeilen näherbringen möchte. In dieser Ausgabe am Beispiel Facebook.

Facebook-Marketing also: Stellen Sie sich vor, Sie betreiben ein kleines Unternehmen im Lungau, das Schneeketten herstellt. Ihre Schneeketten sind besonders bei Motorfreaks in der Umgebung beliebt. Bei Facebook haben Sie nun die Möglichkeit, Ihre Zielgruppe bis ins Detail zu erreichen, weil auf dieser Social-Media-Plattform alle bis ins Detail ihr Leben und ihre Leidenschaften schildern, was von Facebook wiederum in Datensätze zu jedem einzelnen Nutzer übersetzt wird. Genau diese Daten dürfen Sie dann gegen Bezahlung für Ihre Werbung nutzen – und das um ein vergleichsweise kleines Budget.

Die Zielgruppe im Visier. Am Anfang steht die Strategie. Stellen Sie sich die Frage: Wer ist meine Zielgruppe? Wie alt sind sie? Wo wohnen sie? Welche Berufe haben sie? Was sind ihre Herausforderungen? Wann und wie nutzen sie Facebook? Wenn Sie das für sich selbst definiert haben, fragen Sie Ihre potenziellen Kunden nochmal in den Facebook-Zielgruppenstatistiken ab, um Einblicke zu jeder Nutzergruppe zu bekommen, inklusive Informationen zu Alter, Geschlecht, Bildungsstand, Beziehungsstatus, Standort, Sprache, Facebook-Nutzung und Kaufaktivität.

Im nächsten Schritt müssen Sie sich entscheiden, was Sie mit Ihrem Facebook-Marketing überhaupt erreichen wollen. Sollen User auf Ihre Website gebracht werden, wollen Sie Ihren Verkauf fördern, oder möchten Sie eigentlich Ihr Kundenservice verbessern? Am besten wenden Sie das S.M.A.R.T-Modell an, sprich: Specific, Measurable, Achievable, Realistic, Timely. Da mit lassen sich messbare Ziele in einem fixen Zeitrahmen am besten festlegen, Stichwort: #babysteps. Wenn Sie diese Vorbereitungen erledigt haben, analysieren Sie unbedingt Ihre Mitbewerber in puncto Unternehmenswebsite, denn schließlich werden Sie im nächsten Schritt selbst eine bauen. Da ist es gut, zu wissen, was die Konkurrenz so treibt.

Content-Mix. Um Ihre Werbeanzeigen auszuspielen, müssen Sie Inhaber einer Facebook-Unternehmensseite sein.  Wählen Sie zuerst einen geeigneten Seitennamen, meistens bietet sich der Ihrer Firma an. Tragen Sie im Infobereich die wichtigsten Informationen zu Ihrem Unternehmen sowie Ihre Kontaktdaten ein. Im Anschluss stellen Sie ein aussagekräftiges Cover- und Profilfoto ein und fügen einen Call-to-Action-Button hinzu, um etwa zu Ihrem Shop weiterzuleiten. Sobald die Unternehmensseite etabliert ist, können Sie sowohl bezahlte Werbeanzeigen schalten als auch über Postings versuchen, Ihre Zielgruppe zu erreichen. Achten Sie dabei besonders auf Abwechslung. Von der Umfrage über den Fotopost bis zum Live-Video für einen Blick hinter die Kulissen sollte alles vorkommen.

Abschließend können Sie schon ab Minute eins in Ihren Seitenstatistiken mitverfolgen, wie gut sich Ihre Postings im Infomeer schlagen, und können diese dann bei Bedarf adaptieren oder besonders erfolgreiche Beiträge mit einem Extra-Werbebudget pushen. Das Wichtigste zum Schluss: Bleiben Sie sich selbst treu, und verzetteln Sie sich nicht. Stichwort: #babysteps.

Autor: Tatjana Lukáš