Während YouTube seine Nutzer mit Angstmache zum Protest aufstachelt, erheben Marketer harte Anschuldigungen gegenüber Facebooks Videostatistik, und Google stellt Google+ nach einem Datenleck ein. Derzeit scheint ein eisiger Wind durch die Riege der Internetgiganten zu wehen.

Aufruf zum Protest. YouTube macht Nutzer gegen das neue EU-Urheberrecht mobil: Die Gesetzesänderung könne dazu führen, dass YouTube dann nur noch Inhalte großer Unternehmen zulassen könne, schreibt YouTube-Chefin Susan Wojcicki in einer Mail an die Videomacher. Der EU-Entwurf sieht vor, dass Video-Plattformen für Urheberrechtsverstöße ihrer Nutzer haften.

Marketer erbost. Zwei Jahre lang hat Facebook die Sehdauer von Videos in seinen Statistiken überzogen – und damit etliche Werbetreibende womöglich zu Fehlinvestitionen geführt. 2016 hat sich der Konzern für den Fehler entschuldigt. Nun werfen Marketer dem Unternehmen vor, dass Facebook schon ein Jahr davor von dem Fehler gewusst haben soll. Der Konzern dementiert.

Google+ eingestellt. Schluss mit Plus: Google schließt sein nie erfolgreich gewesenes soziales Netzwerk Google+ Ende August 2019 für Normalnutzer und will das System als Intranet-Lösung an Firmen verkaufen. Ausschlaggebender Grund für die Schließung ist eine Sicherheitslücke, die externen Entwicklern laut Wall Street Journal seit 2015 Zugriff auf die Nutzerdaten ermöglicht.

Twitter-Videos werden global. Bislang ließen sich nur In-Stream Ads in Videos für die Zuschauer im eigenen Land integrieren. Jetzt sollen Clips für alle Follower monetarisierbar werden. Das Update für die Werbepraktiken im Videobereich bei Twitter sichert also einerseits Publishern mehr Optionen für die Monetarisierung von Inhalten in Social Media. Andererseits erhält Twitter durch die Globalisierung der In-Stream Video Ads deutlich mehr Videoinventar auf der gesamten Plattform. Immerhin können sich kosmopolitische Marken nun bei international relevanten Inhalten im Video positionieren.

Dragonfly in den Startlöchern. Google-Konzern-Chef Sundar Pichai verteidigt die Entwicklung einer zensierten Suchmaschine für China. Mit dem auch intern umstrittenen Projekt namens „Dragonfly“ wolle der Suchkonzern erforschen, wie weit er in China gehen kann. Immerhin wären 99 Prozent der Suchanfragen nicht von der Zensur betroffen.

Autor: Daniela Purer