Immigration ist in Medien meist negativ konnotiert
zurück| 12.01.2012 |
Das Thema Immigration hat in Österreichs Medien einen überwiegend negativen Touch. Dieser Meinung ist die Mehrheit (57 Prozent) heimischer Chefredakteure und Geschäftsführer von Medienbetrieben, die im Rahmen einer aktuellen wissenschaftlichen Studie befragt wurden.
Über Zuwanderer würde vorwiegend im Kontext mit "Problem und Konflikt" und "Kriminalität" berichtet, ist die Mehrheit der Befragten überzeugt. 40 Prozent der Medienmacher sagen außerdem, dass Österreichs Boulevardmedien bewusst negativ über Zuwanderung berichten.
Beinahe alle Befragten (97 Prozent) räumten ein, dass Massenmedien gezielt Praktiken anwenden, um den Absatz zu steigern. Zu diesem Zweck würden sie skandalisieren, polarisieren, Stereotype verwenden oder Bedrohungsszenarien konstruieren - aus Sicht der Medienmacher sind Medien hier "Konstrukteure von Wirklichkeit und weniger neutrale Vermittler", heißt es in den Studienergebnissen, die am Donnerstag präsentiert wurden. 46 Prozent der Befragten sind denn auch der Meinung, dass die Massenmedien einen negativen Einfluss auf den Integrationsprozess in Österreich haben.
Um dem entgegenzuwirken finden 80 Prozent, dass es gezielt positive Berichte brauche, um etwa gegen Klischees anzukämpfen, zur Bewusstseinsbildung der Österreicher beizutragen und Immigranten als funktionalen Teil der Gesellschaft zu zeigen. Bei der Frage, ob eine ethnische Durchmischung in den Redaktionen zu einer angemesseneren Berichterstattung über Immigranten beitragen könne, scheiden sich die Geister. 40 Prozent befürworten diese, ebenso viele lehnen sie ab. Von einer freiwilligen Immigrantenquote halten 83 Prozent nichts.
Studienautorin Karin Zauner, die für ihre Arbeit in dieser Woche mit dem Förderpreis für Medienforschung des Verbands Österreichischer Zeitungen (VÖZ) ausgezeichnet wurde, empfiehlt zur Verbesserung der medialen Integration von Immigranten unter anderem eine verstärkte Medienforschung über das Nutzungsverhalten und die Präsenz von Menschen mit Migrationshintergrund in heimischen Medienbetrieben.




