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Pelinka-Nachfolger für Stiftungsrat beschlossen

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Der nach dem Abgang von SPÖ-"Freundeskreis"-Leiter Niko Pelinka vakante Posten im ORF-Stiftungsrat ist am Dienstag neu besetzt worden. Wie das Bundeskanzleramt auf APA-Anfrage bestätigte, wurde im Ministerrat Dietmar Hoscher als neues Mitglied im obersten ORF-Gremium bestellt.

Der Casinos Austria-Vorstand zieht auf einem SPÖ-Ticket in den Stiftungsrat ein und wird bereits der nächsten Gremiensitzung am kommenden Freitag beiwohnen. Der 49-jährige gebürtige Wiener bekleidete mehrere politische Mandate für die Sozialdemokraten, unter anderem als Mitglied des Bundesrates und Abgeordneter des Nationalrates. Im ÖGB fungierte er als Sekretär der Zentralen Kontrollkommission. Im Management der Casinos Austria ist er seit 1998 tätig, als Generalbevollmächtigter fungiert Hoscher seit 2004.

Hoscher folgt im ORF-Stiftungsrat Niko Pelinka nach, der auf einem SPÖ-Ticket saß und auch den "Freundeskreis" leitete. Diese Funktion hat interimistisch Josef Kirchberger übernommen. Pelinka hatte sein Mandat zurückgelegt, weil er sich als Büroleiter von ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz bewarb, was für heftige Proteste in der Belegschaft sorgte.

Hoscher sieht keine Krise

Der neue SPÖ-Stiftungsrat im ORF, Dietmar Hoscher, wird doch nicht als roter "Freundeskreis"-Leiter ins oberste ORF-Gremium einziehen. Er sprach am Dienstag von einem Missverständnis: "Selbstverständlich muss der Freundeskreis das beschließen." Ob er die Funktion anstrebe? "Das werden wir demnächst im Freundeskreis in einer eigenen Sitzung besprechen."

Zu den Querelen rund um seinen Vorgänger Niko Pelinka, der als Büroleiter von ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz in den ORF wechseln will, hielt Hoscher fest: "Ich war lange genug selbst in der Politik und mittlerweile in der Wirtschaft tätig. Aus beiden Funktionen heraus kann ich nur sagen: Jeder sucht sich seinen Assistenten oder Büroleiter selbst aus. Das ist ganz klar."

Die mehr als drei Wochen anhaltenden öffentlichen Proteste der Redaktion gegen die jüngsten Personalpläne des ORF-Generaldirektors sieht der neue Stiftungsrat gelassen. "Ich sehe ehrlich gesagt keinerlei Krise", erklärte er. Allerdings müsse er sich mit den Kritikern erst im Detail auseinandersetzen. Es sei jedenfalls nicht Aufgabe des Stiftungsrates, "über Assistenten oder Büroleiter zu bestimmen", findet Hoscher. Mit den von der Stiftungsratsvorsitzenden, Brigitte Kulovits-Rupp, vorgebrachten rechtlichen Bedenken hinsichtlich der Ausschreibung der Büroleitung in der Generaldirektion müsse er sich erst auseinandersetzen, betonte der Jurist.