Durch die Krise tauchen
zurück| 07.11.2011 |
Politische und wirtschaftliche Unruhen im CEE-Raum bringen kaum Wachstum
Durchwachsen könnte man die Situation österreichischer Medien im CEE-Raum bezeichnen. Ein Lichtblick scheint Kroatien zu sein, wo sich die Styria Media Group schwerpunktmäßig engagiert. Klaus Schweighofer, Vorstand Styria Media International, hat dabei nicht nur auf Restrukturierungsmaßnahmen, sondernauch auf Produktinnovationen gesetzt: "Wir sind mit der Sportwochenzeitung Maxx, der politischen Wochenzeitung Forum, dem History-Magazin VP sowie mit dem Relaunch der Gratiswochenzeitung Metropola als CITY by Vecernji list am kroatischen Markt aufgetreten." Damit sei man, so Schweighofer, klarer Marktführer im Tageszeitungsmarkt. Und auch auf dem Digitalmarkt habe man die Pole-Position erreicht. Dies sei vor allem durch die starken Zuwächse beim Newsportal 24sata.hr sowie beim Marktplatz-Portal njuskalo.hr gelungen, freut sich der Styria-Boss. Mittelfristig plane man weitere Schritte in angrenzende Märkte wie beispielsweise Serbien, Bosnien oder Montenegro. Dabei wolle man den Fokus nicht nur im klassischen Print-Bereich, sondern insbesondere auch am digitalen Sektor setzen.
Schwierige wirtschaftliche Situation. Alle Länder der Regionen Ex-Jugoslawiens haben Potenzial, ist Schweighofer überzeugt: "Im Moment leiden sie allerdings unter den globalen Wirtschafts- und Finanzsystems-Schwankungen sowie länderspezifischen Umstrukturierungen." Er sieht mittelfristig Serbien, insbesondere den Großraum Belgrad, als jenes Gebiet mit dem größten Medienpotenzial. Konkrete Pläne in Folge habe man derzeit zwar nicht, so der Styria-Vorstand, aber "wir beobachten weiterhin und sondieren neue Gelegenheiten, die sich aus dieser ganz besonderen aktuellen Situation ergeben."
Rumänien und Ungarn als Problemländer. Nicht ganz so euphorisch zeigt sich Josef Kogler, der für das Vorarlberger Medienhaus in Ungarn und Rumänien tätig ist: "In Ungarn haben wir drei Jahre Krise hinter uns. Wir haben in diesem Zeitraum die Hälfte unseres Anzeigenumsatzes verloren", glaubt Kogler noch lange nicht an ein Ende der Durststrecke. Die Stimmung in der hiesigen Branche scheint ihn zu bestätigen: "Es besteht die allgemeine Meinung, dass es 2012 noch einmal schlimm kommen wird", rechnet der Ostmedien-Experte mit weiteren 10- bis 20-prozentigen Umsatzverlusten. Die Ursachen sieht Kogler im aktuellen Regierungsprogramm, wo Sparen ja das Hauptthema ist. Getroffen hat dieser Kurs vor allem internationale Firmen vom Einzelhandel über Telekom bis zu den Banken, die eine Sondersteuer aufgebrummt bekommen haben. Kogler: "Das sind aber jene Unternehmen, die die Anzeigen geschaltet haben, da fallen jetzt ganze Budgets weg." Jetzt heiße es: Durchtauchen und Kostenreduktion. In Rumänien gehe es zwar nicht ganz so schlecht wie in Ungarn, aber auch hier sei der Boden erreicht, bricht Kogler nicht gerade in Euphorie aus. Im Moment gebe es in diesem Land nur Konsolidierungsprojekte. Zwar sei alles relativ stabil, aber die Auflagen werden dennoch zurückgefahren. Kogler: "Die Printmedienlandschaft ist ohnehin sehr dünn, bald wird es auch keine Qualitätszeitungen mehr in diesem Land geben."
Autor: Erika Hofbauer





