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Die Stadt Prag hat eine deutschsprachige Zeitung, aber kein Fördergeld dafür

Neues aus dem Osten

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Im Café Markusplatz in Wien liegt die Prager Zeitung (PZ) auf, umgeben von renommierten internationalen Blättern. Immer wieder lassen Leser die Herald Tribune oder die FAZ links liegen und greifen interessiert zu. Das deutschsprachige Wochenmagazin aus Tschechien erinnert von seinem optischen Erscheinungsbild an eine seriöse Tageszeitung. Die Aufmachung täuscht nicht: Die PZ knüpft an die Tradition des Prager Tagblatts an, das bis 1938 vor allem durch ein herausragendes Feuilleton glänzte. Die PZ erscheint mit einer Auflage von 25.000 Exemplaren, ist längst auf Facebook präsent, beschäftigt 20 Mitarbeiter und liefert jede Woche Aktuelles zu Gesellschaft, Kultur, Tourismus und Wirtschaft. Der Prag-Besucher erfährt alles über das kulturelle Geschehen in der tschechischen Hauptstadt. Auf der letzten Seite widmet sich die PZ grenzüberschreitenden, österreichisch-tschechischen Themen.

Keine Förderung. Gegründet wurde die Prager Zeitung mit rund einer Million Kronen Startkapital (ca. 40.000 Euro) dank finanzieller Hilfe aus Deutschland, Österreich und von der tschechischen Regierung vor genau 20 Jahren. Der mittlerweile verstorbene Zeitungsgründer Uwe Müller, ein profunder Kenner der tschechischen Wirtschaft, Politik und Geschichte, lebte seit Anfang der 1980er-Jahre in seiner Wahlheimat Prag. "Uns ist es gelungen, die einzige in Tschechien erscheinende deutschsprachige Wochenzeitung bis heute als eines der wenigen journalistisch-konservativen und unabhängigen Medien in der tschechischen Presselandschaft zu erhalten. Der zunehmenden Boulevardisierung konnten wir die Stirn bieten", freut sich Chefredakteur Marcus Hundt. Denn auch im Lande des legendären Reporters Egon Erwin Kisch hat der Boulevard immer mehr Printmedien fest im Griff. Das Informationsmedium wird von Touristen, Dienstreisenden sowie Expats, aber auch von einer nicht unerheblichen Zahl deutschsprachiger Tschechen geschätzt. Die Zeitung erhält keine staatlichen Fördergelder und finanziert sich ausschließlich über das Anzeigengeschäft, Abonnements und den Kioskverkauf.


Autor: Irene Mayer-Kilani


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