MEDIENSZENE CEE

Die Wirtschaften in CEE holen auf, sehen aber auch nicht wie Sieger aus

Vorsprung der CEE-Länder schwindet

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Mit Markt- und Wirtschaftsprognosen tut man sich dieser Tage schwer

Das durchschnittliche reale BIP-Wachstum in CEE schwächt sich laut Prognose der Raiffeisen Bank International (RBI) 2012 auf 2,3 Prozent ab (für 2011 wurden noch 3,2 Prozent prognostiziert). Der Wachstumsvorsprung gegenüber der Eurozone schmilzt dahin. Dennoch dürfte die CEE-Region mit einem Wachstums vorsprung vonjährlich 1,5 bis 2 Prozentpunkten bis 2015 den Aufholprozess gegenüber der Eurozone fortsetzen, erläutert Peter Brezinschek, Chefanalyst von Raiffeisen Research, die Zahlen. Der CEE-Raum ist sowohl durch die einseitige Exportorientierung der Region (bis zu 85 Prozent aller CEE-Exporte gehen in andere EU-Länder) als auch durch die Spannungen innerhalb des europäischen Bankensektors beeinträchtigt.

Ölpreise fallen. Raiffeisen-Analyst Brezinschek ist der Ansicht, dass die teilweise rezessiven Trends auch den Inflationsdruck bei Rohstoffen und Energie dämpfen werden, was die Ölpreise 2012 wahrscheinlich um etwa 15 Prozent fallen lassen könnte. Dies würde zu einem leichten Rückgang der Inflationsrate in Österreich und den CEE-Ländern führen. Bei der Geldanlage wird in Zentral- und Osteuropa "österreichisch gedacht". Soll heißen: Das Sicherheitsdenken überwiegt. Gerade in und nach den turbulenten Zeiten auf den Kapitalmärkten sind konservative Sparformen sowie die "Krisenwährung Gold" auf dem Vormarsch, so GfK-Analyst Lukas Thumser.

Moderates Wachstum.
Beim WienerInstitut für Internationale Wirtschaftsvergleiche(wiiw) gibt man sich auch vorsichtig skeptisch. Zwar rechnet man heuer noch mit moderatem Wachstum im CEE-Raum, die Rezession hat jedoch tiefe Spuren hinterlassen, vor allem auf dem Arbeitsmarkt, bei den Investitionen und in einem Anstieg der Verschuldung. Bulgarien konnte im ersten Quartal 2011 im Vorjahresvergleich ein BIP-Wachstum von 1,5 Prozent durch einen anhaltenden Exportboom verzeichnen. Weiterhin schwach sei aber die Inlandsnachfrage, heißt es in den Untersuchungen des wiiw weiter. In Bosnien-Herzegowina sind wichtige Bereiche der Wirtschaft in einem nach wie vor schlechten Zustand. Die Haushalte verlassen sich weiterhin auf öffentliche Unterstützung. In Kroatien wird mit einer Erholung des BIP-Wachstums gerechnet, unter der Bedingung, dass sich die Auslandsnachfrage (Stichwort Tourismus) verbessert. Die Aussicht, in zwei Jahren der EU beizutreten, stimuliert zwar den Fluss von Auslandsinvesitionen, ein negatives Referendum würde jedoch wieder alles zunichte machen. Ungarn hat sich zu einem unsicheren Markt entwickelt. Das Wachstum nach der Krise war auschließlich von Auslandsnachfrage getrieben. Investitionen und Konsum leiden sehr unter den rechtlichen Unsicherheiten dieser Tage. Die Quasi-Enteignung der privaten Pensionsfonds brachte bloß einen einmaligen steuerlichen Effekt. Rumäniens Wirtschaft hat eine langanhaltende Phase des Stillstands hinter sich. Für das Wahljahr 2012 wird mit einem beschleunigten Wachstum gerechnet.


Autor: Erika Hofbauer


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