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Sascha Berndl, INFOSCREEN


Außenwerbung zwischen den Fronten

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Immer wieder werden in Großstädten Initiativen gegen Außenwerbung gestartet, meist aus ästhetischen Gründen. Dabei wird oft vergessen, dass der Markt bereits stark reguliert ist - per Gesetz.

Die Stadt soll schöner werden. Das ist der Anspruch der Initiative "Berlin werbefrei". Dahinter steht eine Organisation ehrenamtlich tätiger Mitglieder, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, (deutsche) Städte lebenswerter zu gestalten. Konkret soll Produktwerbung aus dem öffentlichen Raum weitgehend verschwinden. Lediglich an Geschäften, Gaststätten oder Betrieben sollen Plakattafeln und ähnliche Werbeträger gestattet sein, fordern die Protagonisten. Denn sie befürchten, dass sich ein Zuviel an Außenwerbemaßnahmen - befeuert durch die Digitalisierung der Werbeanlagen - negativ auf das Stadtbild auswirke. Aber nicht nur die Ästhetik wird ins Treffen geführt, auch Sicherheitsaspekte (Stichwort Verkehrssicherheit) werden als Argumentationsbasis herangezogen, um OOH-Werbung zurückzudrängen. Stattdessen, heißt es weiter, könne der frei gewordene Raum für Bepflanzungen oder Kunst genutzt werden. Die Initiatoren stützen sich laut einem Bericht von stern.de auf ähnliche Vorhaben in anderen Städten. So habe das französische Grenoble 2014 begonnen, Werbeverträge zu kündigen. Auch in der brasilianischen Metropole São Paulo ist Außenwerbung seit rund zehn Jahren verboten.

Gemischte Gefühle. In Berlin selbst wird das Ansinnen von "Berlin werbefrei" mit gemischten Gefühlen gesehen. Denn das Werbeverbot würde Außenwerbung zwischen den Fronten zu einem jährlichen Einnahmenausfall in Millionenhöhe sowohl für die Stadtverwaltung als auch für die Werbewirtschaft führen. Außenwerbung ist ein Millionengeschäft. So hat laut stern.de Berlin zu Jahresbeginn die Rechte für Tausende Werbeplätze für 15 Jahre mit einem geplanten Erlös in Höhe von 350 Mio. Euro vergeben. Um eine stadtbildverträgliche Außenwerbung zu gewährleisten, wurden sogar eigens entsprechende Leitlinien erarbeitet.

Auswüchse reglementieren. INFOSCREEN- Geschäftsführer Sascha Berndl erzählt: "Werbung ist eine wesentliche Voraussetzung für das Funktionieren unserer Marktwirtschaft. Natürlich hat sie auch den öffentlichen Raum beeinflusst und das moderne Stadtbild geprägt." Daher werden schon jetzt Auswüchse reglementiert, weiß Berndl: "Das ist angemessen und gut so. Generelle Verbote wären weder angemessen noch gut." INFOSCREEN ist ein Nachrichtenmedium, das sich über Werbung finanziert, erläutert er, weshalb man Werbung grundsätzlich positiv gegenüberstehe: "Da wir den Fahrgästen der öffentlichen Verkehrsmittel die Warte- und Fahrzeit mit einem Programm aus internationalen Nachrichten, Sport, Wetter Kultur, Veranstaltungstipps - und natürlich auch Werbung - verkürzen, sind wir auch nur ganz selten mit Beschwerden konfrontiert."

Wünsche und Verbote. Schon jetzt gibt es in jenen Städten, in denen INFOSCREEN zu sehen ist, klare Regeln, was erwünscht und was verboten ist. Berndl: "So sind etwa schon jetzt Formen der Außenwerbung verboten, die die Verkehrssicherheit gefährden könnten. Werbemaßnahmen und -flächen laufend auf Sicherheitsthemen in Zusammenhang mit Autofahrern und Kindern zu überprüfen halten wir für vorstellbar, sinnvoll und machbar." Ausdrücklich erwünscht seien von den Städten hingegen Informationen, die den Bürgerinnen und Bürgern einen unmittelbaren Nutzen bringen, so Berndl weiter. Im Falle von INFOSCREEN sind das Kultur-, Sport- oder Veranstaltungstipps oder Informationen über städtische Serviceangebote. "Daher fühlen wir uns auch dem Public-Value-Gedanken verpflichtet." Kunstprojekte wie beispielsweise "20 Seconds for Art", das INFOSCRE gemeinsam mit "Kunst im öffentlichen Raum" (KÖR) trägt, machen dieses Engagement sichtbar, argumentiert Berndl.


Autor: Erika Hofbauer


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