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MediaCom-CEO Andreas Vretscha, MEC-Geschäftsführer Konrad Mayr-Pernek, Mediaplus-Geschäftsführer Ronald Hochmayer


Im Bett mit Google

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Immer öfter sitzen externe Mitarbeiter bei Agenturen und helfen bei der Kampagnensteuerung. In Österreich ticken die Uhren noch anders.

Agenturen, aber offensichtlich auch zunehmend werbetreibende Unternehmen, setzen zumindest außerhalb der österreichischen Grenzen regelmäßig auf „embedded teams“. Diese werden von Technologiegiganten wie Google oder auch Facebook entsendet und landen als Mitarbeiter vor Ort bei Agenturen und in den Media-Abteilungen von Unternehmen, um beratend bei Search- und Social Media-Kampagnen auszuhelfen. „In den besten Beziehungen sind wir eine Erweiterung des Teams unserer Kunden", wird Google-Managerin Tara Walpert Levy in einem Interview mit dem deutschen "Horizont" zitiert. In Deutschland wird bereits von einem deutlichen Trend, Mitarbeiter der Plattformen in den Unternehmen einzubetten, gesprochen. In Österreich sieht man diese „embedded teams" äußerst differenziert.

Unabhängigkeit. „Das oberste Credo einer Agentur ist die neutrale Beratungskompetenz. Diese muss gewährleistet sein“, meint etwa MediaCom-CEO Andreas Vretscha: „Beraterinnen und Berater, die in direkter Abhängigkeit eines Mediums oder Vermarkters stehen, sind kritisch zu betrachten.“ Bei MediaCom seien die Mitarbeiter/innen in Bezug auf Google „absolute Expert/innen“, betont Vretscha: „Mit diesem umfassenden Know-how und den entsprechenden Zertifizierungen ist so eine Vorgangsweise nicht notwendig.“ 

La-La-Land. Mediaplus-Geschäftsführer Ronald Hochmayer erläutert seinen Zugang zu diesem Thema: „Grundsätzlich bin ich fest davon überzeugt, dass die Herausforderungen moderner Kommunikation nur im engen Zusammenspiel aller Disziplinen gelöst werden können. Wir leben im Zeitalter der Kooperation und des Miteinander. Jemand, der behauptet auf alle Kommunikationsfragestellungen eine Antwort zu kennen, ist entweder größenwahnsinnig oder unseriös.“ Er habe daher „überhaupt kein Problem damit“, dass Agenturen die Fachexpertise von digitalen Medienanbietern nutzen und in Kooperation Kommunikationspläne erstellen: „Google ist das La-La-Land aller Werbeplattformen, weil es auf einem gigantischen Datenschatz sitzt. Dieses Wissen ungenützt zu lassen, wäre grob fahrlässig.“ Die strategische Gesamtbrille wird Google aber niemals aufhaben können, ist Hochmayer überzeugt, weil die Eigeninteressen einfach zu groß sind: „Werbevermarkter werden an ihren Verkaufsumsätzen gemessen. Es ist die Aufgabe der Agenturen, den Kunden zu beweisen, dass sie unabhängige und holistische Berater sind. Das war immer eine Kernaufgabe der Agentur und wird so dringend benötigt wie nie zuvor.“ Für ihn wären „embedded teams“ prinzipiell vorstellbar, aber: „Gegenüber dem Kunden muss vollkommene Transparenz und Offenheit hinsichtlich der Aufgaben der unterschiedlichen Partner herrschen. Wenn restlos geklärt ist, dann profitieren alle von einem Kommunikationskarussell neuer Art.“

Datenschätze. Ähnlich sieht dies auch MEC-Geschäftsführer Konrad Mayr-Pernek: „Jeder Ansatz, der uns dabei hilft, bessere Ergebnisse für unsere Kunden zu erzielen, ist begrüßenswert und positiv. Die Mitarbeiter von Google haben Zugang zu vielen Insights und riesigen Datenschätzen, die für manche Kunden, Kampagnen, Kampagnenplanungen extrem wertvoll sein können.“ Gleichzeitig müsse man sich auch bewusst sein, dass auch Google, wie jeder andere Anbieter, eine eigene Agenda verfolgt und diese Angebote bzw. Leistungen nicht aus purer Nächstenliebe zur Verfügung stellt und diese entsprechend hinterfragt werden müssen. Mayr-Pernek: „Während Google sicherlich zu den Top Playern am digitalen Spielfeld zählt, so ist der Blick in der Gesamtzusammenschau manchmal auch etwas eindimensional.“ 


Autor: Erika Hofbauer


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