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Künstliche Intelligenz – Ist die klassische Kampagne Geschichte?

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Aktuell in aller Munde, halten künstliche Intelligenzen nun auch ins Marketing Einzug.

Bestimmte Dinge können Menschen außerordentlich gut: brainstormen, kreativ denken, träumen. Mit Datenmengen und –auswertung kann das menschliche Gehirn allerdings nicht besonders gut umgehen. Im Gegensatz dazu gelingt es intelligenten Algorithmen spielerisch, selbst riesige Datenmengen zu analysieren und gleichzeitig innovative Wege zu finden, um neue Konsumenten zu erreichen. In Echtzeit erkennen sie in ihrer Analyse Muster im Konsumverhalten gewünschter Zielgruppen. Selbst in der Texterstellung sind die smarten Systeme inzwischen einsetzbar: Phrasenbasierte Textsorten wie Berichte über Sport- oder Wahlergebnisse stellen heute kein Problem mehr dar, wie Unternehmen wie Syllabs beweisen. Auch im Budget- oder Bid-Management kommen Algorithmen bestens zurecht. Durch diese vielseitigen Einsatzmöglichkeiten können künstliche Intelligenzen die Arbeit in Marketingagenturen erheblich erleichtern. 

Doch nur in vereinzelten Fällen werden künstliche Intelligenzen an der Konzeption von Kampagnen beteiligt. So hat die US-amerikanische Werbeagentur Saatchi LA dieses Jahr IBMs Supercomputer Watson trainiert, um Werbevideos für Toyotas Neuling Mirai zu erstellen. Am Schluss waren die Werbungen ein Erfolg und die künstliche Intelligenz konnte zu neuen Perspektiven anregen. Allerdings: Das Programm musste zunächst genauestens mit den technischen Daten über das Produkt und die Zielgruppe wie Beruf, Lebensort und Interessen gefüttert werden. Watson wurde von Saatchi LA über Monate hinweg trainiert, korrigiert und gefördert, bis es zu den gewünschten Ergebnissen kam. Ein ganzes Team war an der aufwändigen Schulung des Systems beteiligt. 

Obwohl mit IBMs Watson oder Googles DeepMind die technologischen Voraussetzungen für einen breiteren Einsatz von künstlichen Intelligenzen gegeben sind, werden diese momentan nur sporadisch eingesetzt. Bisher regiert in den allermeisten Agenturen noch die Angst, sich selbst abzuschaffen. Dabei zeigen gerade Experimente wie die Toyota-Werbung auf, wie weit künstliche Intelligenzen davon entfernt sind, menschliche Kreativität – oder generell menschliches Denken – ersetzen zu können. Was sie jedoch ersetzen können, sind stundenlange ermüdende Arbeit mit Excel-Tabellen und Internetrecherchen. Wieso sollen sie nicht dafür eingesetzt werden, was sie am besten können? Dann können die menschlichen Kollegen mit freiem Kopf dem nachgehen, was sie am besten können: kreativ sein.




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