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Medienhauptstadt Wien

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In Wien wird noch überdurchschnittlich viel gelesen. Zumindest im Vergleich zu Gesamt-Österreich.

Die aktuellen Daten der Mediaanalyse 2017 (MA 2017) haben ergeben, dass die Nettoreichweite der Tageszeitungen in Wien bei 66,6 Prozent liegt (Österreich: 64,6 Prozent). Österreichs Bundeshauptstadt bewährt sich überdurchschnittlich in der Leserdichte - ausgenommen die Kronen Zeitung: Die größte Kauftageszeitung des Landes erreicht in Wien um rund 4 Prozentpunkte weniger LeserInnen als in ganz Österreich. Die MA-Zahlen zeigen, dass die Wienerinnen und Wiener zu treuen MedienkonsumentInnen zählen. Vor allem Qualitätstitel tun sich - so scheint es - in der Bundeshauptstadt leicht. Der Standard und Die Presse haben hier ein loyales Publikum, auch beim Kurier bestätigt sich, dass der Fokus auf den Osten Österreichs gerichtet ist. Apropos Osten: Wien ist ja legendärer Hotspot für den Gratis-Boulevard. Hier erreicht das Gratisblatt Heute mit 30,2 Prozent fast doppelt so viele Leser wie in ganz Österreich (wobei der Titel nur in Wien, NÖ, OÖ und dem Burgenland erscheint). Ähnlich gelagert ist auch die Situation bei Mitbewerber Österreich: In Wien kommt der Titel der Mediengruppe Österreich auf 15,6 Prozent Reichweite (bundesweit: 7 Prozent).

Magazine-Markt

Zeitschriftenverlage profitieren unterschiedlich von einer urbanen Konzentration der Leserschaft. So können die Magazine der Verlagsgruppe News (VGN) - News, profil, trend, TV-MEDIA - teilweise deutlich auf Wienerinnen und Wiener als Zielgruppe setzen. Medienhauptstadt Wien Ein ähnliches Bild zeigt sich auch bei den Frauenmagazinen: Auch hier sind die Reichweiten in Wien erkennbar über den Zahlen für das gesamte Bundesgebiet. Genau umgekehrt verhält es sich bei den Reichweiten der Autozeitschriften: Von Alles Auto bis Freie Fahrt gibt es relativ gesehen österreichweit mehr Konsumenten als in der Hauptstadt. Interessant ist auch ein Blick auf die Regionalmedienlandschaft. Das zum Echo Medienhaus gehörende Wiener Bezirksblatt kommt auf eine Reichweite von knapp 32 Prozent, gefolgt von der bz Wiener Bezirkszeitung der Regionalmedien Austria (RMA) mit gut 25 Prozent. Allerdings kommen die Titel der RMA-Regionalmedien (Bezirksblätter) auf eine bundesweite Gesamtreichweite von knapp 50 Prozent.

Leser-Analyse

Insgesamt greifen mehr Wiener als Wienerinnen zur täglichen Zeitung. Die meisten Leser des STANDARD sind zwischen 20 und 29 Jahre, die altersmäßig größte Gruppe bei den anderen Tageszeitungen sind die 60-Jährigen plus. Lediglich bei Heute stellen die 40-49-Jährigen die größte Leserschaft. Zu den Qualitätsmedien greifen mehrheitlich auch jene Wienerinnen und Wiener, die über einen Matura- oder Hochschulabschluss verfügen. Bei Heute, Krone und Österreich überwiegen die Haupt- und Fachschul- Absolventen in der Leserschaft. Die Mediaanalyse erlaubt aufgrund der Fragestellungen auch die Zusammenfassung der Lesergruppen zu Typologien. So können für die Bundeshauptstadt drei Lebensstilvertreter ausgemacht werden: Da ist zunächst der Angehörige der "mobil-engagierten Bildungselite". Diesen zeichnen hohe Ansprüche in allen Lebensbereichen - beruflich wie privat - aus. Die Vertreter in dieser Gruppe sind sportlich, gesellig und kulturell vielseitig interessiert und zeigen eine "hohe Abendmobilität". Zu dieser Gruppe gehören demografisch gesehen Berufstätige am Beginn einer Karriere in qualifizierten Positionen um die 35 Jahre mit einem leichten Überhang des weiblichen Geschlechts, die auf eine qualifizierte Berufs- und Allgemeinbildung zurückblicken können, so die Analyse. Auch Angehörige der "technokratischen Bildungselite" sind in Wien zu finden. Im Zentrum ihres Interesses stehen wissenschaftliche und technologische Themen sowie starkes - nationales und internationales - politisches Interesse. Diese Gruppe zeigt eine wettbewerbsorientierte Grundhaltung, dabei handelt es sich überwiegend um voll berufstätige Männer um die 40 Jahre, die überdurchschnittlich gebildet und auch sehr kaufkräftig sind. Der drittgrößte Lebensstiltyp ist im "zurückhaltenden Mainstream" zu finden: Diese Menschen - mehr Frauen als Männer mittlerer Altersgruppen und mittlerer Bildungsschichten, die überwiegend berufstätig mit einem hohen Teilzeitanteil sowie überwiegend verheiratet oder geschieden mit einem hohen Alleinerzieheranteil sind - präsentieren sich laut Mediaanalyse gegenüber Trends unsensibel, und sie wollen sich nicht von anderen abheben. Lediglich Beruf und Familie haben für diese Personen Bedeutung.

 


Autor: Erika Hofbauer


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