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ÖAK: Mit ePaper-Strategie gut auf Kurs

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Die Halbjahresdaten der Österreichischen Auflagenkontrolle (ÖAK) sind da: Die Verlage können auf teilweise deutlich gestiegenen ePaper-Quoten verweisen.

Auf den ersten Blick scheint alles so zu sein wie immer: Laut aktuellen Erhebungen der öak (für das 1. HJ 2017) gehen die Printauflagen (verkaufte Auflagen) tendenziell bei den Kauf-Tageszeitungen zurück, bestenfalls können die Zahlen gehalten werden. Ein ähnliches Bild zeigt sich auch bei den Kauf-Wochenzeitungen. Für Überraschungen gut sind wieder einmal die Publikationen der Verlagsgruppe News (VGN): hier können einige Medien mit Zugewinnen im Printbereich punkten, allen voran tv-media.

"Kronen Zeitung" verteidigt Spitzenposition. Im ersten Halbjahr 2017 konnten unter den Kaufzeitungen lediglich die "Presse" und die "Neue Vorarlberger Tageszeitung" bei der Verkaufsauflage zulegen, geht aus den am Mittwoch veröffentlichten Daten der Österreichischen Auflagenkontrolle (ÖAK) für das erste Halbjahr hervor. Die "Kronen Zeitung" ist mit im Schnitt 738.191 verkauften Zeitungen nach wie vor der auflagenstärkste Titel, setzte allerdings 14.083 Exemplare weniger ab als im 1. Halbjahr 2016. Die "Kleine Zeitung" rangiert wie gehabt auf Platz zwei, mit einer Verkaufsauflage von 279.836 lag sie um 916 Exemplaren unter dem Vergleichszeitraum. Der Kurier erzielte eine Verkaufsauflage von 128.003 (minus 4.086). Die "Oberösterreichischen Nachrichten" kamen auf 105.179 (minus 1.779), die "Tiroler Tageszeitung" auf 81.805 (minus 2.196), die "Salzburger Nachrichten" auf 67.425 (minus 302). Durchschnittlich 67.884 Exemplare setzte die "Presse" ab, ein Plus von 623. Der "Standard" hatte eine Verkaufsauflage von 60.893 Stück, um 1.577 weniger als im ersten Halbjahr 2016. Die "Vorarlberger Nachrichten" blieben mit 60.494 (minus 62) praktisch stabil. Die Vorarlberger "Neue", ebenfalls aus dem Hause Russmedia, steigerte ihre verkaufte Auflage um 146 Stück auf 7.286. Die Gratiszeitung "Heute" verbreitete österreichweit 589.315 Exemplare, gegenüber dem Vergleichszeitraum ein deutlicher Rückgang um 32.269 Stück. Die verbreitete Auflage von "Österreich" sank ebenfalls, um 12.416 Stück auf 543.418. Bei den verkauften Zeitungen legte das Blatt um 1.195 auf 35.057 zu. "News", wo im Februar Esther Mitterstieler die Chefredaktion übernahm, kam auf 113.779 verkaufte Hefte, um 775 weniger als im Jahr zuvor. Das "profil" legte um 561 Stück auf 67.633 zu, ein Plus von 1.791 gab es für den "trend" (47.711). Auch die Verlagsgruppe News-Titel "Woman" (132.491, plus 1.119) und "tv-media" (179.485, plus 3.394) legten zu.

ePaper-Überraschungen. Eine deutliche Handschrift zeigen die ePaper-Strategien der Verlage. Es sind nun erstmals Jahres-Zeitraum-Vergleiche möglich (jeweils 1. HJ 2016 mit 2017), die den ePaper-Fokus der Medienhäuser bestätigen. Denn trotz teilweise gleichbleibender Print-Auflagen konnten im selben Zeitraum die digitalen Verkäufe der Zeitungen und Magazine großteils mehr als deutlich ausgebaut werden. Auch hier legt die VGN mit ihren Titeln, deren Digitalverkäufe prozentuell fast durchgängig im guten zweistelligen Bereich liegen, die Latte hoch. Doch auch die Kauf-Tageszeitungen können eine teilweise Verdoppelung ihrer ePaper-Anteile (an der verkauften Auflage) vorweisen. Auch die Anstrengungen der Mediengruppe Österreich (MGÖ) scheinen sich auszuzahlen: Sowohl Österreich als auch Madonna mit Österreich können beachtliche ePaper-Quoten präsentieren (Österreich legte sogar bei der Print-Auflage/verkaufte Auflage zu). Apropos Österreich: Beim Vergleich der Print-Auflagen (verbreitete Auflage) hat Heute gegenüber seinem Gratis-Mitbewerb zwar noch die Nase voran, aber der Abstand wird zusehends geringer. In Wien liegen die Auflagen der beiden Gratis-Boulevard-Medien bereits nahezu gleichauf: 356.244 Stück (Heute) zu 351.231 (Österreich).


Autor: Erika Hofbauer/APA


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