MedienManager, Startseite, Markt

Presserat rügt "Krone" für Kopftuch-Fotos

zurück

Verstoß gegen Ehrenkodex: "Gebot missachtet, Nachrichten gewissenhaft und korrekt wiederzugeben"

Die "Kronen Zeitung" hat mit Bildern zur Berichterstattung über Wiener islamische Kindergärten gegen den Ehrenkodex für die österreichische Presse verstoßen, das befand der Senat 1 des Presserats.

Falsche Bildquelle. Die Zeitung hatte behauptet, auf den Fotos sei ein "Islam-Kindergarten in Wien Liesing" zu sehen, tatsächlich aber zeigten die Bilder ein islamisches Jugendfest in Floridsdorf. Die Artikel waren im Juni des Jahres erschienen. Ein Informant habe die Bilder, auf denen Mädchen mit Kopftuch zu sehen waren, aus dem Liesinger Kindergarten der Redaktion zugespielt, hieß es darin. Mehrere Leser kritisierten daraufhin, dass diese Fotos von einem Jugendfest des Islamischen Zentrums im 21. Bezirk im Jahr 2016 stammten.

Keine Stellungnahme. Die "Krone" selbst nahm gegenüber dem Presserat nicht Stellung; der Autor des Artikels aber habe per Twitter bekannt gegeben, dass die Bilder von der Webseite des "Islam4Kids Club des Islamischen Zentrums Wien" stammten, schrieb der Presserat am Mittwoch in einer Aussendung. Die Fotogalerie des Festes zeige auch Kinder ohne Kopftuch, fand der Presserat weiters heraus. Und: Auch auf Bildern, die die "Krone" benutzt hatte, gab es ursprünglich Mädchen mit unbedecktem Kopf zu sehen. Es "wurden die Fotoausschnitte so gewählt, dass Mädchen ohne Kopftuch nicht zu sehen sind", schloss daraus der Senat. Die Zeitung habe somit gegen den Punkt 2 des Ehrenkodex (Genauigkeit) verstoßen: "Es wurde das Gebot missachtet, Nachrichten gewissenhaft und korrekt wiederzugeben", sowohl bezüglich der Quelle der Fotos als auch des Inhalts. Die "Kronen Zeitung" wurde aufgefordert, diesen Spruch zu veröffentlichen, hat aber bisher die Schiedsgerichtsbarkeit des Presserats nicht anerkannt.


Autor: APA/red


Weitere Beiträge zum Thema:

Sascha Berndl, Geschäftsführer von Infoscreen, spricht im Interview über die Weiterentwicklung des DOOH-Bereichs, Live-Berichterstattung und den Start-up-Spirit im Unternehmen.

Verstöße gegen den Ehrenkodex des Presserats seien unbestrittenes Faktum

Der österreichische Medienmarkt ist sehr konzentriert. Mit dem Kauf von ATV durch ProSiebenSat.1 PULS 4 wird diese Konzentration noch stärker. Was bedeutet das für den Medienmarkt und die Konsumenten?

Konzern verzeichnet bestes Ergebnis seit neun Jahren

Das beste Ergebnis seit neun Jahren verzeichnete die Mediaprint laut aktuellem Jahresabschluss. Im Geschäftsjahr 2015/16 erreichte das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) 20,9 Millionen Euro – nach 16,5 Millionen...