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Copyright: Marcel Gonzalez-Ortiz; moho axel springer; Styria

v.l.n.r.: Thomas Kralinger, GF Kurier; Hermann Petz, CEO Moserholding; Robert Langenberger, GF Styria Medienhaus Lifestyle


Printumsätze im Aufwind

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Printmedien geben deutliche Lebenszeichen – sowohl bei Lesern als auch Werbern. Österreichs Publisher sind für 2017 sehr optimistisch.

Die Zahlen des aktuellen Reuters Institute Digital News Report kamen gerade recht: Österreich beweist einmal mehr, ein loyales Printland zu sein. „Mit 61 Prozent Zeitungsleserschaft belegen wir nicht nur den internationalen Spitzenplatz, sondern liegen beachtliche 26 Prozent über dem Durchschnittswert des 36-Ländervergleichs", freute sich Thomas Kralinger, Präsident des Verbandes Österreichischer Zeitungen (VÖZ), in einer ersten Reaktion. Er interpretiert diese Zahlen als Beweis für die Vertrauenswürdigkeit, die Print-Informationen den Lesern bieten. Aufholbedarf gebe es lediglich bei der Bereitschaft des Publikums, für Online-Nachrichten zu zahlen, bekräftigt der VÖZ-Präsident neuerlich seine Forderung nach einem europäischen Leistungsschutzrecht. 

Print-Stärke gegenüber Online. Aber nicht nur die Leserschaft zeigt Treue gegenüber ihren Print-Produkten. Das Anwachsen des Online-Bereiches in Medien (sowohl Digitalausgaben von Zeitungen als auch Online-Spendings) scheint wieder ernsthafte Konkurrenz durch Print zu bekommen. International zeigen sich auch schon deutliche Anzeichen: Die US-Markenartikelhersteller Procter & Gamble und Unilever kürzen ihre Digital-Budgets (hauptsächlich wegen mangelnder Kostentransparenz) drastisch. Ob diese zu Print wandern, ist freilich nicht bekannt. Anders in Österreich. Hier bemerken die verantwortlichen Medien-Manager sehr wohl, dass für Print die Zeichen wieder gut stehen. So wurden heuer bislang gute Anzeigenentwicklungen festgestellt, auch einige Print-Abtrünnige kehren aus der Onlinewelt zurück, heißt es. Ist es zu früh, von einem Print-Revival zu sprechen? 

Ende des Mythos? „Die Rückkehr zu Print ist für mich beileibe keine Überraschung“, meint dazu Moserholding-CEO Hermann Petz: „Auch wenn die ganze Branche eine Zeit lang dem Mythos von Algorithmen, Bits und Bytes erlegen ist: der Gradmesser ist auch 2017 noch der Werbeerfolg.“ Und diesen garantiere aus vielerlei Gründen weiterhin das Medium Print, ist Petz überzeugt: „Wegen der breiten Zielgruppe, der besseren Wahrnehmung, aber vor allem, weil Werbekonsum als Erlebnis und nicht als Störung gesehen wird. Deshalb ist ein relevanter Printanteil in jedem professionellen Media-Mix unverzichtbar.“ Robert Langenberger, Geschäftsführer Styria Medienhaus Lifestyle, bestätigt ebenfalls ein gutes Jahr 2017: „Ein Jahr, das in Bezug auf die Anzeigenumsätze unserer Printtitel besser läuft als 2016.“ Die Zuwächse kommen vor allem von größeren Neukunden, die gewonnen werden konnten, erzählt Langenberger: „Hier punkten wir jedoch nicht allein mit Print, sondern mit den Möglichkeiten, die unsere Marken bieten.“ Dass die Onlineumsätze zu Gunsten der Printumsätze sinken, könne er jedoch nicht beurteilen: „Das würde die Marktentwicklung auch zu simpel darstellen.“ 

Jahresprognose. Das erste Halbjahr ist geschlagen – wie sehen die Prognosen bis Jahresende aus? Moserholding-Boss Petz: „Der Trend zur Vernunft wird sich auch in Zahlen niederschlagen. Für klassische Medien und insbesondere Print sehe ich stabile, wenn nicht gesteigerte Umsätze.“ Styria Lifestyle-Chef Langenberger geht davon aus, dass der gute Trend des ersten Halbjahres auch bis zum Jahresende beibehalten werden kann. 


Autor: Tatjana Rauth