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Gewista-CEO Franz Solta mit Kulturformat-Geschäftsführerin Daniela Grill und Megaboard-Geschäftsführer Michael Januskovecz


Gewista und die Neuaufstellung der Töchter

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Nach massiven Umstrukturierungen bei Gewista hat der MedienManager die Geschäftsführer Daniela Grill, Michael Januskovecz und CEO Franz Solta zum Gespräch über Visionen, Kerngeschäft und technischen Fortschritt gebeten.

MedienManager: 2017 war ein Jahr der Restrukturierung bei Gewista. Welche spürbaren Auswirkungen haben die Veränderungen auf das Tagesgeschäft?

Michael Januskovecz: Es hat sich sehr viel verändert. Es wurden zwei Unternehmen, die sehr erfolgreich am Markt agiert haben, fusioniert, mit dem Ziel dadurch für unsere Kunden Synergien zu schaffen. Eine der Herausforderungen ist es, zwei sehr gut gehende Firmen mit starken Persönlichkeiten zusammenzuführen, und in einen homogenen Workflow zu bringen. Dies ist ein durchaus spannender Entwicklungsprozess der in vollem Gange ist und sich sehr positiv gestaltet. Wie versteht man die Megaboard neu? Wie können wir beide Produkte, das Medium Megaboard und die Serviceleistungen, die wir im Bereich OOH im Portfolio führen, in eins verpacken, um unsere Kunden noch effizienter zu betreuen? Die Antwort ist: Mit unseren einzigartigen Werbemöglichkeiten und Werbeträgern. Diese finden sich entlang der Autobahn, wir verfügen über sehr große Flächen mit extrem hoher Frequenz. Diese Standorte sind einzigartig und konkurrenzlos. Darauf müssen wir aufbauen. Außerdem gilt es, das gesamte Portfolio beider Firmen, bei den jeweils anderen Kunden unterzubringen und umgekehrt. Das ist unsere Herausforderung.

Was sind die wichtigsten gemeinsamen und die wichtigsten trennenden Punkte, die überwunden werden müssen?

Januskovecz: Das gibt es natürlich verschiedene Philosophien, die sich logischerweise aufgrund der Unterschiedlichkeit des Portfolios der beiden Unternehmen ergeben. Wie kann man noch effizienter an die Sache herangehen. Auch das Leben in der Firma selbst neu gestalten. Ich bin der Typ, der versucht, Leute mitentscheiden zu lassen. Weil ich immer predige, was man gern macht, macht man gut und wenn man gern in die Firma kommt, ist man auch erfolgreich. Wie gesagt, es gibt hier zwei Philosophien, die auch viele Jahre gelebt wurden. Das auf einen Nenner zu bringen und dort die notwendige Motivation hineinzubringen, ist eine wichtige Aufgabe. Natürlich versucht auch jeder, sich in der Firma zu positionieren. Ich habe in den neuen Räumlichkeiten die Leute bewusst mit einer gezielten Sitzordnung durchmischt. Mit dem Ergebnis sind alle zufrieden!

Wurden aufgrund der Fusion Mitarbeiter entlassen?

Januskovecz: Im Gegenteil, wir nehmen sogar Mitarbeiter auf. Zur Zeit hat die Megaboard zwanzig aktive Mitarbeiter, dreizehn Damen und sieben Herren. Im Verkauf bauen wir gerade eine zusätzliche Kraft auf. Es ist so umfangreich geworden, dass wir das jetzt brauchen.

Wie geht es Ihnen in der neu aufgesetzten Kulturformat GmbH, Frau Grill?

Daniela Grill: Ich kann mich Herrn Januskovecz nur anschließen. Das ist eine große, schöne Herausforderung, wobei wir die Zusammenarbeit ja schon in den letzten Jahren gelebt haben, aber jetzt sind wir richtig zusammengewachsen. Wir denken jetzt alles aus einer Hand. Es ist eine Firma. Es gibt eine Preisliste. Es gibt eine sehr schöne neue Webseite. Es gibt ein Angebot. Es gibt eine Rechnung. Es ist jetzt für den Kunden alles noch übersichtlicher und auch effizienter. Wir sind jetzt ein One Stop Shop! Natürlich bedarf das auch interner Umstrukturierungen. Wir haben das komplette Team übernommen und im Verkauf mit Katharina Brand aufgestockt. Wir haben aktuell um die 1400 Kunden und konnten durch Mailings und PR sehr viele Neukunden gewinnen. Der Markt bietet noch einiges Potenzial, und wir bieten dahingehend ab Juni auch ein neues Produkt an, die Rückseite der kleinen Citylights der A1 Telefonzellen. Potenzial bei den Kunden sehe ich durch neue Festivals, als auch bei Eröffnung von Museen sowie neuen Kulturinitiativen. Davon können wir selbstverständlich auch in der Produktentwicklung profitieren. Vor allem unsere speziellen Kulturtarife und das darauf abgestimmte Kampagnenhandling unterstützt die Kulturbetriebe bei Ihren werblichen Aktivitäten.

Herr Solta, gibt es Neuigkeiten zur programmatischen Buchung?

Franz Solta: Unsere Programmtic-Trading-Plattform sollte in den nächsten Wochen in die Pilotphase gehen. Sie ist im Konzern entwickelt worden, es gibt sie in UK und man hat dafür auch vor zwei Wochen einen CEO bestellt. Wir warten letztlich einfach auf die Learnings aus diesem Bereich. In Österreich sind wir gerade dabei, den Outdoor Server Austria neu zu definieren, der vor rund fünf Jahren ins Leben gerufen wurde und für die ganze Branche die Währung darstellt. Es geht um ein neues Modeling, weil unsere Partner in UK sich verändern und wir in Deutschland mit einem großen Partner in Gesprächen sind. Es geht um eine neue Frequenzdaten von den Mobilfunkern, digitale Medien, die erstmals aufgenommen werden und Transport Medien. Da geht es um immer feinere Daten, die aber nicht personenbezogen sein werden. Da gibt es spannende Entwicklungen.

Können Sie dafür ein Beispiel nennen?

Solta: In unserer Gruppe geht es um das Thema Face Recognition. Das Thema kenne ich seit zehn Jahren, man kann letztlich das Alter und Geschlecht von Menschen erkennen. Das wurde sehr vom Datenschutz verhindert. Jetzt funktioniert es anonymisiert, es geht um eine andere Form der Erkennung. In der Schweiz sind die Kollegen bereits in einer ganz tollen Phase und beim Eruieren, wie man diese Dinge monetarisieren kann. Es geht immer darum. Man kann neue Technologien anbieten, die Agenturen treiben einen und sagen: "Wir brauchen das. Wir würden gerne First Mover sein." Dann passiert die "Entjungferung" und sie sagen: "Danke. Wir haben eine gute Geschichte für uns gemacht und brauchen es nun eh nicht." So ist es uns oft ergangen. Meine Lieblingswerbeform ist einfach eine Gerüstwerbung am Schwarzenbergplatz oder an der Oper. Diese Dominanz, an der du nicht vorbeikommst, diese Inszenierung im öffentlichen Raum. Damit kann nichts konkurrenzieren. Da gibt es keinen Mitbewerb. Es geht ja auch bei Programmatic eher um die Wünsche der Agenturen, die Geschäftsmodelle sehen, um ihren Kunden mehr Convience anzubieten, neue Buchungsmöglichkeiten, tolle Storys, die mit Online verknüpft sind. Aber letztlich ist es ein bisschen die Crème, die man noch irgendwie dazu kreiert.

Januskovecz: Es gibt Adressen, wo wir über große Werbeflächen verfügen. Die gibt es aber nur einmal. Es gibt nur einen Schwarzenbergplatz, nur einen Stephansdom. Da gibt es niemanden, der ein Gegenoffert legen kann. Die Kunst ist es, diese Verträge genehmigt zu bekommen. Wichtigstes Gebot ist, sich an die behördlichen Auflagen und Richtlinein zu halten und mit dem öffentlichen Raum sehr sensibel umzugehen! Dazu stehen wir in engem Kontakt mit allen zuständigen Behörden um viele guten Ideen an tollen Standorten genehmigt zu bekommen. Die Zusammenarbeit funktioniert sehr gut. Es gilt auch die Hauseigentümer und Immobilienverwaltungen, die diese Objekte vertreten, zu überzeugen. Vorige Woche war ich beispielsweise gerade beim Parlament, das für die nächsten zweieinhalb Jahre eingerüstet wird.

Solta: Es geht um die Erfahrung, wo darf ich etwas machen. Dafür gibt es ganz klare Richtlinien in der Stadt. Da ist Herr Januskovecz ein Vollprofi, weil er seit mehr als 30 Jahren im Geschäft aktiv ist.


Autor: Tatjana Lukáš


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