DIGITALE MEDIEN

Zweite Runde der Google DNI

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Die Google Digital News Initiative wurde 2015 ins Leben gerufen, um innovative Projekte im Digitaljournalismus zu fördern. In der zweiten Runde sind unter den geförderten Projekten vier österreichische Konzepte vertreten

Seit November 2016 stehen die Teilnehmer der zweiten Runde der Google DNI fest. Für diesen Zeitraum werden rund 24 Millionen Euro in 124 Projekte aus 25 Ländern investiert. Österreich nimmt mit vier Projekten teil, denen insgesamt ca. 878.000 Euro zukommen. Die Gelder des Google DNI Innovation Funds werden in drei Kategorien vergeben: Prototypen werden bis zu 100 Prozent unterstützt (Höchstgrenze: 50.000 Euro), die veranschlagten Kosten von mittelgroßen und Großprojekten werden mit bis zu 70 Prozent übernommen (Höchstgrenze 300.000 bzw. eine Million Euro).

VOL.AT (Russmedia Digital). Die Russmedia Digital erhält Förderung für ein "Gamification"-Projekt auf VOL.AT (Vorarlberg Online). Der Grundgedanke: Belohnungssystem statt Bezahlschranken für Online-User der Zeitung. Je aktiver die angemeldeten Mitglieder die Online-Plattform der Vorarlberger Nachrichten nützen, desto mehr Punkte sammeln sie. Für jedes Lesen, Liken und Teilen wird der treue User "entlohnt". Dabei zählt jede Interaktion mit der Website. Ziel  ist es, neue User zu generieren und deren Beziehung zum Newsportal nachhaltig zu stärken. Dadurch soll es ermöglicht werden, ohne Paywall einen Zugang zu Online-Inhalten der Zeitung zu erhalten. Mit der Präsentation neuer Funktionen von VOL.AT ist voraussichtlich bis Juni 2017 zu rechnen, so Gerold Riedmann, Geschäftsführer von Russmedia.

NEWS RADAR (kurier.at). Der von kurier.at entworfene NEWS RADAR soll Journalisten in ihrer täglichen Recherchearbeit unterstützen. Das Projekt dient dazu, aktuelle und relevante Themen in Echtzeit zu übertragen. Es werden laufend Daten von Nachrichtenagenturen, Social Media oder Newsfeeds erfasst und kontextbezogen analysiert. Die Informationen aus den berücksichtigten Quellen werden bestimmten Kriterien nach gewichtet und ihrer Relevanz entsprechend eingestuft. So ermöglicht der NEWS RADAR raschere und effektivere Entscheidungen innerhalb der Redaktionen. Laut Martin Gaiger, Geschäftsführer von Kurier Online, befindet sich das Projekt im vereinbarten Zeitraum.

Usernewsnet.com (heute.at, krone.at, W24, ww medien). Usernewsnet.com ist ein Gemeinschaftsprojekt von krone.at, heute.at, dem Wiener Stadtfernsehen W24 und der Produktionsfirma wienweit medien. Es handelt sich dabei um das erste usergenerierte Online-Nachrichtenportal in Österreich. "Es geht darum, Daten und Ereignisse in Echtzeit auffindbar zu machen. Dabei sind alle Teilnehmer in die Umsetzung eingebunden", so Kurt Raunjak, Geschäftsführer von ww medien. Auf Basis nutzergenerierten Contents werden aktuelle, relevante Ereignisse in Echtzeit ortsgenau bestimmt. Die Datenströme ermöglichen es, rascher an ereignisbezogene Bewegtbild-Inhalte zu kommen. Usernewsnet.com wird in Kooperation mit der Arbeitsgruppe E-Commerce an der Fakultät für Informatik an der TU Wien realisiert. Präsentiert wird das Projekt voraussichtlich Ende 2017.

FutureBot (Futurezone.at). Personalisierte Nachrichtendistribution via Messenger: So sieht das Konzept hinter dem FutureBot aus. Leser können sich so plattformunabhängig über die neuesten Entwicklungen der Technikwelt informieren. Das Projekt entsteht in Zusammenarbeit mit dem Online-Marketer The Ventury. Der FutureBot wird speziell für den Messenger aufbereitet und soll sich den Interessen der User anpassen. Es wird derzeit mit Content-Formaten experimentiert. Außerdem stellt der Bot in regelmäßigen Abständen eine Übersicht aktueller Nachrichten zur Verfügung. Zugänglich wird der Service über eine App. "Eine erste Testversion des FutureBot wird im Laufe des dritten Quartals veröffentlicht werden. Diese soll laufend um neue Funktionen erweitert und auf Basis des Nutzer-Feedbacks angepasst werden", erklärt Claudia Zettel, Chefredakteurin von Futurezone.at.




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