Gegen Feigheit und Langeweile
zurück| 03.02.2012 |
Werbung des öffentlichen Sektors ist wieder im Gerede – Stichwort Transparenzgesetz. Den Unmut der Werber versuchte der Verband österreichischer Zeitungen (VÖZ) am 30. Jänner mit dem Aufruf zu „Creative Ideas for Public Advertising“ zu kanalisieren.
Alois „Luigi“ Schober gewohnt angriffslustig über öffentliche Auftraggeber: „Es kommt mir vor, wie wenn Schraubeneinkäufer mit dem Entwicklungslabor von McLaren Mercedes reden.“ Entgegen der allgemeinen Wahrnehmung investiert der öffentliche Sektor in Österreich wenig in Werbung. Kaum drei Prozent des gesamten Werbevolumens, wie Rudi Kobza vorrechnete. In Großbritannien seien es über fünf Prozent. Und Kobza legte ausgezeichnete Beispiele vor, etwa Frankreichs Kampagne für die gelbe Warnweste mit Karl Lagerfeld.
Die Diskussion um Werbung der öffentlichen Hand „patze“ die Werbung insgesamt an, monierte Mariusz Jan Demner. Obwohl Kampagnen wie „Ganze Männer machen halbe-halbe“ oder „Lichtfahrer sind sichtbarer“ nachweislich wirkten. Hässliche politische Textwüsten ohne Aussage hingegen würden doppelt schaden: Sie bleiben wirkungslos und rücken die Werbung insgesamt in schiefes Licht. Österreich brauche mehr Werbung öffentlicher Auftraggeber, aber vor allem bessere. Dann würde sich niemand aufregen.
Autor: Andrea Minich





