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Schnäppchen-Portale werden in Österreich vorsichtig positiv gesehen, erste Erfolge zeigen sich

Begonnen hat der Hype um das Geschäftsmodell von Marktführer Groupon im November 2008, als Gründer Andrew Mason beschloss, lokalen Anbietern eine neue Werbeplattform zur Verfügung zu stellen. Das in Chicago beheimatete Geschäft boomte und Groupon erhielt Ende 2010 ein milliardenschweres Übernahmeangebot von Google. Doch Groupon-Chef Mason lehnte ab - und wartet bis dato auf den richtigen Zeitpunkt für einen Börsegang. Man sei bei Groupon "einfach glücklich, die Möglichkeit zu haben, ein unabhängiges Unternehmen zu sein. Wir sind so zuversichtlich wie noch nie, was unsere Zukunft betrifft", heißt es aus dem Berliner Büro des Gutscheinanbieters.

Knapp ein Jahr später, im September 2011, schnappte sich Google dafür doch noch ein Schnäppchenportal: Das 2009 gegründete Berliner Start-Up DailyDeal wurde um kolportiere 150 bis 200 Millionen Dollar übernommen, meldete etwa faz.net. Nach dem ersten Freudentaumel ist in diesem Marktsegment teilweise wieder Ernüchterung eingetreten. So hat sich zu Jahresbeginn das ProSiebenSat.1-Portal Pro-SiebenProducts.de bereits wieder verabschiedet. Dennoch scheinen sich nach wie vor zahlreiche Möglichkeiten zu ergeben. Für Helmut Prattes, Business Planning Director der Media-Agentur Mindshare, profitieren vor allem Schnäppchenjäger: „Plattformen wie groupon.at oder dailydeal.at werden von ihren Nutzern regelmäßig auf neue Angebote überprüft. Rund zwei Drittel der registrierten User informieren sich fast täglich über neue Angebote.“ Das erfordert natürlich einiges an Investitionen, vor allem im Marketing.

Für Herold-Geschäftsführer Thomas Friess ist das Geschäftsmodell stark überbewertet: „Wir selbst haben mit www.gutschein-king.at ein Gutscheinportal entwickelt, das bei uns lediglich ein Nischenprodukt ist und unsere bestehende Produktpalette ergänzt.“ Portale, die ohne diese Anbindung an ein funktionierendesGeschäftsmodell am Markt reüssieren müssen, hätten es natürlich ungleich schwerer. Auch bezweife er, dass das Modell von den mittelständischen Unternehmen wirklich goutiert würde: „Es kommen nur bestimmte Branchen, nämlich die typischen Dienstleistungsbranchen, als Kunden in Frage. Und diese Unternehmen müssen sich schon sehr intensiv mit dem Ansatz des jeweiligen Gutscheinportals beschäftigen, um beurteilen zu können, ob dieses Modell für das eigene Businesskonzept überhaupt geeignet ist.“

Christof Hinterplattner, bei Heute für den Online-Bereich zuständiger Geschäftsführer, sieht im Aufbau von nachhaltigen
und erfolgreichen Kundenbeziehungen und seriösem Customer Care den Erfolg von Gutscheinportalen gegeben: „Wir verste-hen das bei uns im Haus nicht als Hype, sondern als den Beginn einer weitreichenden Entwicklung hin zu digitalen Direktabsatzkanälen.“ Bei Heute werde man das Geschäftsmodell mit dem eigenen Portal dealheute.at weiterentwickeln: „Wir sind ein Verlagshaus und haben viele Möglichkeiten, die Infrastruktur haben wir jetzt aufgebaut“, zieht Hinterplat tner erste Bilanz. Etwas nüchterner betrachtet Österreich-Manager Oliver Voigt den Coupon-Hype: „Ein bis zwei Marktteilnehmer haben das Potenzial, sich durchaus gewinnorientiert zu positionieren, unzähligen anderen wird auf der Zielgeraden der Sprit ausgehen.“ Und dennoch: „Wir stehen der Thematik aufgeschlossen gegenüber. Allerdings haben für uns derzeit andere Projekte Priorität.“


Autor: Erika Hofbauer


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