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Mediaanalyse: tägliche Reichweite der Tageszeitungen weiter unter


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5 Mio. Leser gesunken.


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Mediaanalyse: tägliche Reichweite der Tageszeitungen weiter unter 5 Mio. Leser gesunken.

Mit einer Neuheit überraschte die ARGE Media-Analyse (MA) bei ihrer Präsentationder regelmäßig erhobenen Reichweitendaten österreichischer Medien: Im Rahmen der Befragung zur MA 2016 - Ende März veröffentlicht - wurde erstmals eine allgemeine Frage zur ePaper-Nutzung gestellt. Es sollte herausgefunden werden, ob bestimmte Zeitungen oder Zeitschriften zusätzlich oder sogar ausschließlich als ePaper gelesen werden. Das interessante Ergebnis: Bereits 7,1 Prozent der Befragten (524.000 Personen) gaben dabei an, dass sie mindestens eine Zeitung bzw. Zeitschrift nur mehr elektronisch lesen. 12 Prozent meinten, dass sie sowohl in Print als auch digital Medieninhalte konsumieren. Die Daten, betont man bei der ARGE Media-Analyse, seien jedoch keine statistisch erhobenen Informationen, sie sollten lediglich der Auskunft über das - zumindest gelegentliche - Lesen von ePaper dienen.

Weniger Leser. Die klassischen Daten der MA für das Jahr 2016 zeigten hingegen wenig Überraschendes. So ging - unter Berücksichtigung der statistischen Schwankungsbreiten - die tägliche Nettoreichweite der Tageszeitungen um 1,7 Prozentpunkte auf 66,7 Prozent (4,91 Mio. Leser) zurück und blieb damit neuerlich knapp unter der 5-Mio.-Leser-Grenze. Überregional erscheinende Titel - sowohl Tageszeitungen als auch Magazine - blieben mit ihren Reichweiten bei den Lesern ganz gut im Rennen. Vor allem die Kleine Zeitung zeigte einmal mehr, wie man bereits seit Jahren Reichweiten bei Lesern halten kann. Die zweitgrößte Kauf-Tageszeitung des Landes liegt anhaltend stabil bei 11,6 Prozent Reichweite. Solche Stabilität schafft Branchenprimus Kronen Zeitung nicht. Dort ging 2016 (im Vergleich zum Vorjahr) die Reichweite nochmals um 1,5 Prozentpunkte auf nunmehr 2.245.000 Leser österreichweit zurück.

Bundesländer im Auf und Ab. Die traditionell starken Bundesländer-Zeitungen weisen keine einheitliche Entwicklung auf. So gelang es den Salzburger Nachrichten und der Tiroler Tageszeitung, ihre Reichweiten auszubauen bzw. zu halten. Die Vorarlberger Nachrichten und die Oberösterreichischen Nachrichten mussten geringfügige Rückgänge hinnehmen. Dafür ist Gratis weiter voll im Trend: Die hauptsächlich aus den Bezirksblättern bestehenden Titel der Regionalmedien Austria (RMA) kommen nahe an die 50 Prozent Reichweiten-Marke heran, auch die schwerpunktmäßig in Oberösterreich erscheinenden tips können auf stabile Reichweiten verweisen.

Wien und Boulevard. In der Bundeshauptstadt - Hotspot des Boulevards - ist Normalität im Kampf um Leser eingekehrt. Der Gratis-Titel Heute blieb im Jahresvergleich stabil, ebenso Boulevard-Konkurrent Kronen Zeitung. Lediglich Gratis-Mitbewerber Österreich musste in Wien einen Reichweiten-Rückgang um gut zwei Prozentpunkte hinnehmen. Landesweit analysiert verzeichnet Heute - wiewohl hauptsächlich im Osten Österreichs erscheinend - sogar einen leichten Zuwachs auf 13,3 Prozent oder 980.000 Leser.

Magazin-Schere. Uneinheitlich die Periodika: Während News, trend und Woman die Entwicklung der Auflagen nicht in Reichweite umsetzen konnten, legen vor allem dicke Brummer weiter zu: Auto Touring hat schon über 2 Mio. Leser, auch Ganze Woche oder Servus in Stadt und Land legen noch zu.

Infoscreen und Internet. Regelmäßig wird in der Media-Analyse auch die Nutzung von Infoscreen und Internet erhoben. Die Info-Aufnahme via Screens in U-Bahn-Stationen blieb im Jahresvergleich relativ stabil. Die Nutzung des Internets steigt dafür weiter. Auf die Frage, ob das Internet gestern bzw. im letzten Monat genutzt wurde, gaben die User eine intensivere Inanspruchnahme an. Über 6,2 Mio. Menschen nutzten demnach im letzten Monat das Internet. Interessant zeigte sich eine Auswertung der Webausflüge nach genutzten Endgeräten: Demnach ging der Zugang via PC & Laptop geringfügig zurück, wohingegen der Internet-Besuch über Handy, Tablet oder auch zunehmend Smart TV deutlich anstieg. 


Autor: Erika Hofbauer


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