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Audio-Nachbearbeitung leicht gemacht mit


Audio: „Auphonic“ gehört zum guten Ton

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Das intelligente Audio-Nachbearbeitungsprogramm von Grazer Entwicklern automatisiert viele Schritte der Post-Produktion: vom File-Upload über die Lautstärken-Anpassung bis hin zur Transkription

Jeder Podcaster, jede Radio-Journalistin weiß: Eine gute Aufnahme ist erst die halbe Miete. Wer eine gute Audioqualität hinbekommen will, muss mitunter viel Zeit und technisches Know-how in die Nachbearbeitung eines Tracks stecken - oder überlässt die Post-Produktion einem Programm mit künstlicher Intelligenz. Das Tool der Wahl ist hier "Auphonic", das in Graz entwickelt wurde. Der Webdienst analysiert mittels verschiedener Algorithmen die Aufnahme und wendet automatisch die nötigen Werkzeuge wie Filter, Kompressoren und Konvertierungen an.

Ein Account ist schnell angelegt und für zwei Stunden Audiomaterial pro Monat kostenlos. Nun kann ich eine Datei für die Produktion hochladen. Auch externe Plattformen wie Dropbox oder Soundcloud können verknüpft werden, damit Files von dort automatisch auf den Auphonic-Server kopiert werden. Die Einstellungen, die nun eingegeben werden können, um dem Programm zu sagen, was es mit der Datei machen soll, sind auf den ersten Blick überladen. Praktischerweise können diese aber als "Preset" gespeichert werden, sodass sie für weitere Produktionen einfach übernommen werden können. So gebe ich gewünschte Metadaten wie Titel und Interpret sowie Kapitelmarkierungen ein.

Wichtig ist die Wahl des Ausgabeformats, etwa mp3 oder wav, sowie der Algorithmen: Der "AdaptiveLeveler" gleicht unterschiedliche Lautstärken-Pegel aus, etwa bei Aufnahmen, in denen das Mikrofon einmal nahe am Sprecher, einmal weiter weg positioniert wurde. Die Funktion "Loudness Normalization" bringt die Lautstärke der gesamten Aufnahme auf einen standardisierten Level. Und mit der "Noise and Hum Reduction" werden Hintergrund- und Störgeräusche reduziert.

Für alle Funktionen gibt es auf der Website ausführliche Erklärungen mit Hörbeispielen, sodass auch Laien schnell mit dem Programm vertraut werden können. Journalisten werden außerdem die Möglichkeit schätzen, Auphonic miteinem Spracherkennungsdienst zu verknüpfen und damit Aufnahmen automatisch transkribieren zu lassen.

Regula Blocher ist Lektorin für Neue Medien und Onlinejournalismus am Institut für Journalismus & Medienmanagement der FHWien der WKW.


Autor: Regula Blocher


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