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Fake oder echt? Bildanalyse auf 29a.ch/photo-forensics/


Mit „Forensically“ zum Photoshop-Detektiv werden

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Traue deinen Augen nicht: Mit gefälschten Bildern wird im Internet gerne Stimmung gemacht. Journalisten können mit einem Tool für digitale Bildanalyse einfache Manipulationen aufdecken

Bildbearbeitung mit Photoshop gehört zum Grundhandwerk von Redakteuren. Aber heutzutage kann bereits jeder mit ähnlicher Software Bilder manipulieren und in den sozialen Medien verbreiten. Angesichts einer immer größer werdenden Anzahl an Falschmeldungen, die auf manipulierten Fotos beruhen, sollten Journalisten daher in der Lage sein, Bildbearbeitungen aufzuspüren.

Digitale Bildforensik nennt sich diese Disziplin und ist eigentlich sehr komplex (eine gute Einführung findet sich unter diesem Stichwort auf Wikipedia). Mit "Forensically", einem kostenlosen Browser-Programm, wird sie aber auch für Nicht-Experten zugänglich.

Lade ich unter 29a.ch/photo-forensics/ ein Bild hoch, stehen mir zehn verschiedene Bildanalyse-Funktionen für die Detektivarbeit zur Verfügung. Je nach Verdacht wähle ich das geeignete Analyse-Tool. Um sich in die Thematik einzuarbeiten, empfiehlt sich das vom Schweizer Entwickler des Tools, Jonas Wagner, erstellte Tutorial-Video auf der Hilfe-Seite. Darin erklärt er die Filter und zeigt Beispiele. Mit dem voreingestellten Bild einer UFO-Landung lassen sich die Funktionen bestens nachvollziehen. So vergleicht etwa die Funktion "Clone Detection" Blöcke von Pixeln und markiert jene, die sich doppeln, also kopiert wurden. Das wird bei Bildmanipulationen häufig gemacht, um etwas zu überdecken. Im Beispiel wurden einige Wolken am Himmel kopiert, um einen Fallschirmspringer zu verbergen. Mit der "Error Level Analysis" finde ich heraus, welche Flächen im Bild unterschiedlich komprimiert wurden. Das deutet daraufhin, dass dort etwas modifiziert wurde: Im Beispiel ist das UFO auffällig. Ein eindeutiges Ergebnis - Fake or no Fake - darf ich nicht erwarten, aber Indizien, die auf eine Manipulation hinweisen. Fortgeschrittenen Fälschern kommt man damit nicht auf die Schliche. Für einen journalistischen Check, der gegebenenfalls mit anderen Verifikations-Tools wie TinyEye fortgesetzt werden kann, taugt Forensically aber allemal. Das Tool kann auch offline benützt werden.

Regula Blocher ist Bereichsleiterin Neue Medien/Onlinejournalismus am Institut für Journalismus & Medienmanagement der FHWien der WKW (derzeit in Karenz). Twitter: @regulablocher


Autor: Regula Blocher


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