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Copyright: Screenshot aus thinglink.com

Mit „Thinglink“ kann man 360-Grad-Bilder mit anderen Medien verlinken


Virtuelle Räume mit multimedialer Einrichtung

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Mit dem einfachen, aber nicht günstigen Tool „Thinglink“ lassen sich 360-Grad-Bilder mit anderen Medien verlinken, sodass User auf interaktive Erkundung gehen können. Ein Beispiel für neues Storytelling

Sie blicken auf Ihren Handy-Bildschirm und sehen einen Raum; Kunstwerke hängen an den Wänden, in der Mitte steht ein Mann. Sie hören seine Stimme; er ist Künstler und erzählt Ihnen über sein Werk. Wenn Sie Ihr Smartphone schwenken, dreht sich das Bild im Raum; Sie können sich darin umschauen. An verschiedenen Stellen sehen Sie Symbole; wie Hinweistafeln wurden sie auf dem 360-Grad-Bild angebracht. Wenn Sie darauf klicken, öffnet sich ein Detailfoto eines der Kunstwerke, ein erklärender Text oder ein Video, in dem Sie den Künstler in seinem Schaffensprozess sehen. Pfeile führen Sie in weitere virtuelle Räume.

Das ist ein Beispiel für Virtual Reality im Journalismus, von der als neuer Medien-Trend soviel die Rede ist. Erstellt wurde die interaktive Tour von Nicolas Becquet, einem Digital-Journalisten bei der belgischen Zeitung L'Echo (siehe multimedia.lecho.be/denismeyers/ ). Das Tool "Thinglink", das er dafür verwendet hat, ist freilich gar nicht so neu. Schon länger nütze ich es, um Bilder oder Videos mit anklickbaren Beschriftungen zu "taggen"; neu ist allerdings die Möglichkeit, diese multimedialen "Tags" in 360-Grad-Aufnahmen zu positionieren und damit ein besonders eindringliches Erlebnis für die Nutzer zu kreieren. Das Erstellen funktioniert für alle drei Medienarten ähnlich und ist dank der benutzerfreundlichen Oberfläche und zahlreicher Hilfen keine große Kunst. Allerdings benötigt man für die 360-Grad-Funktion einen Premium-Account, der mit 125 Dollar pro Monat zu Buche schlägt. Nach der Anmeldung auf thinglink.com klicke ich auf "create", wähle das gewünschte Medienformat und lade ein Bild hoch. Dann öffnet sich rund um die Bildvorschau ein übersichtlicher Editor zum Hinzufügen und Bearbeiten der "Tags". Egal ob ich ein Video, ein Bild oder nur einen Text einbetten möchte - alles funktioniert mittels Verlinkung. Mit dem Bezahl-Account kann ich das Layout umfassend anpassen und aus über Hundert verschiedenen Symbolen wählen oder sogar eigene Icons erstellen.

Regula Blocher ist Lektorin für Multimedia am Institut für Journalismus & Medienmanagement der FHWien der WKW.


Autor: Regula Blocher


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