Das Netz wird löchrig
zurück| 12.12.2011 |
Es gibt immer weniger Trafiken - ein zunehmendes Problem, vor allem außerhalb der Ballungszentren
Die Zahl flächendeckend zur Verfügung stehender Trafiken sinkt tendenziell, dafür steigt der Geschäftsanteil von Lebensmitteleinzelhändlern als Vertriebspartnern. Robert Gehmacher, Geschäftsführer des Salzburger Großhändlers Valora, will den Kundenströmen bestmöglich folgen. Mit der Übernahme von zehn Schmelzer-Bettenhausen-Filialen zum 1. Jänner 2012, die über ganz Österreich verteilt sind, will Valora „ein Zeichen für das massive Unternehmens-Engagement im Bereich Presse setzen“. Dennoch: Die rückgängigen Auflagen bei Presseprodukten führen dazu, dass das Fixkosten-dominierte Logistiknetz immer schwerer finanzierbar sein wird. Mit neuen Konzepten zum Thema Logistikkooperationen,
an denen Valora derzeit arbeitet, will Gehmacher in Zu-kunft gegensteuern.
Morawa-Geschäftsführer Wolfgang Rick erkennt keinen generellen Rückgang bei der Anzahl der Trafiken. Finden Schließungen statt, handle es sich nur in den seltensten Fällen um für das Pressegeschäft relevante Verkaufsstellen. Generell beliefert der Pressegroßhandel aus wirtschaftlicher Sicht jedoch zu viele Einzelhändler und würde wirtschaftlich wohl bessergestellt sein, wenn Einzelhändler mit geringen durchschnittlichen Wochenumsätzen nicht mehr beliefert werden müssten, räumt Rick ein. Sinkende Auflagen und Umsätze werden in Zukunft wohl tatsächlich zu einer Reduktion der derzeitigen Einzelhändleranzahl führen, wobei die breitestmögliche, aber regional abgestimmte Erhältlichkeit der Printprodukte das Ziel sein werde.
Zeitungsfachgeschäft der Zukunft. Die Trafikanten sind die mit Abstand wichtigste Gruppe an Einzelhändlern für den Presseverkauf, so Morawa-Chef Rick. Daher stelle sich die Frage nach Alternativen zu den Trafikanten nicht wirklich, wobei
man trotzdem ständig auf der Suche nach neuen Absatzkanälen sei, „weniger aufgrund des vermuteten Kundenschwundes, sondern vielmehr aus der Absicht, den sich ständig ändernden Kundenströmen zu folgen“.
Für Valora-Chef Gehmacher wird es künftig zwei Typen von Zeitungsgeschäften geben: Erstens die Verkaufsstellen, die Presse als Nebensortiment – Toptitel in hohen Auflagen – führen. Prozessautomatisierung sei hier der Fokus. Und
zweitens wird es Pressefachgeschäfte geben, die den Kunden ein breites und tiefes Angebot an Zeitungen offerieren und „Platz zum Schmökern“ geben: „Hier liegt der Fokus in der Serviceoptimierung.“
Autor: Erika Hofbauer





