Druck lässt nicht nach
zurück| 12.12.2011 |
Steigende Rohstoffpreise, sinkende Auflagen, doch Druckereien fürchten sich nicht
Kleinere Auflagen, aber mehr Qualität: Auch 2012 wird sich der Trend im Papier- und Druckbereich fortsetzen, prognostiziert Christian Handler vom Verband Druck & Medientechnik: „Die Druckbranche ist europaweit in einem Restrukturierungsprozess, der durch sinkende Umsätze und schwierige Marktsituation gekennzeichnet ist“, erklärt er. „Auf der anderen Seite zeigt eine aktuelle Studie der Print-Power-Initiative, dass Gedrucktes als nachhaltiges und wichtiges Medium mehr denn je anerkannt ist. Gerade die Digital Natives schätzen das ‚gedruckte Wort‘ und schätzen die Glaubwürdigkeit und die bequeme Nutzung von Printmedien.“ Es geht also weiterhin weg von der Menge und hin zur Qualität. „Print auf hochwertigen Papieren mit besonderer Haptiktransportiert Werbebotschaften bedeutsamer als jede Online-Botschaft und erreicht den Kunden auf vielen sensorischen Kanälen gleichzeitig.“
Lieber umweltbewusst. Ein großes Thema bleibt auch das Interesse an umweltfreundlichem beziehungsweise ressourcenschonendem Bedrucktem – und es wird laut Handler weiter steigen: „Die österreichische Druckbranche hat bereits viele Schritte unternommen, um Emissionen und Schadstoffe zu reduzieren und in vielen Fällen komplett zu vermeiden“, sagt er. „Eine Reihe von Betrieben kann auf Wunsch des Kunden CO2-kompensiert produzieren und verwendet Papier aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung (FSC- oder PEFC-Papier). Diese Trends werden sich 2012 noch verstärken.“
Mehr Verpackungen. Laut aktueller Printmarkt-Umfrage des Branchenmediums 4c erwarten 54 Prozent der befragten Druckereibetriebe für ihr Geschäftsfeldein geringes Wachstum, neun Prozent sogar ein hohes. Nur elf Prozent rechnen mit einem schrumpfenden Markt. Nach Ansicht der befragten Drucker wird der Verpackungsdruck am meisten an Bedeutung gewinnen, der Buchdruck am stärksten schrumpfen. Noch optimistischer beurteilen die befragten Printbuyer die Zukunft der Branche: Sie sehen in allen Produktkategorien steigenden Bedarf. Besonders verstärkt nachfragen werden aus jetziger Sicht Direct Mailings und Transpromo-Produkte. Die große Printmarkt-Umfrage bestätigt also: Auch wenn Auflagen sinken, verlangen die Printbuyer verstärkt nach Qualität. Und darüber hinaus nach Tätigkeitsfeldern, die sich derzeit noch nicht sehr stark ausgeprägt zeigen: 61 Prozent der Printbuyer sind überzeugt davon, dass die Nachfrage nach crossmedialen Dienstleistungen künftig steigen wird. Über Investitionen auch in diesem Bereich nachzudenken könnte sich also durchaus lohnen.
Autor: Sabine Karrer





