REDAKTION

Editorial

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Stimmlos

Probleme von Unternehmen liegen zumeist an den Eigentümern. So auch beim ORF. Jetzt scheint ein Niveau erreicht, das die Stakeholder auf den Plan rufen sollte, vor allem die Kunden und Mitarbeiter. Aufregen sollten sich zwei Interessengruppen, die Journalisten und die (Werbe-)Wirtschaft. Erstere haben den ORF groß gemacht, letztere finanzieren ihn. Aber wo bleiben ihre Wortmeldungen? Leiden nicht beide unter der zu großen Nähe des ORF zur Politik?

Diese Aussagen sind nicht neu, meinen Sie? Richtig, so stand es vor eineinhalb Jahren an dieser Stelle zu lesen. Inzwischen – Chapeau! – haben die Journalisten des ORF gezeigt, dass er unabhängiger ist, als manche dachten.

Nach wie vor weitgehend stimmlos sind Wirtschaft und Kommunikationsbranche. Warum? Was muss dem größten Werbeträger des Landes alles passieren, dass sich die Sponsoren zu Wort melden? Die breite öffentliche Diskussion um politische Wünsche wird dem ORF wohl keine zusätzlichen Marktanteile bescheren. Warum also lassen jene, die den ORF finanzieren und dafür gute Leistung erwarten (und derzeit auch bekommen) zu, dass Politikermit ihm machen, was sie wollen?

Dafür wäre eine ebenso breite Koalition zu bilden wie die soeben gegründete Plattform Kommunikationsinvestition (19 Verbände). Tosender Applaus in den Medien wäre ihr gewiss. Ihr Peter Morawetz

PS: Gratulation an Oliver Voigt! Sein Porträt ist der am häufigsten abgerufene Beitrag auf MM flash, dem neuen Web-TV-Magazin des MedienManager. Mehr auf mmflash.at/interviews/


Autor: Peter Morawetz