Wie frei ist Österreichs Presse?
03.05.2012Wie es hierzulande und weltweit um die Freiheit der Medien bestellt ist erklärt Rubina Möhring von Reporter ohne Grenzen im Interview.
| 24.01.2012 |
Freiheit, Sorgfalt, Privatsphäre – heikle Themen beinhaltet der Ehrenkodex für die österreichische Presse, den der Presserat als (freiwilliges) Regelwerk für die tägliche Arbeit der Journalisten zusammengestellt hat. Allerdings: Der Ehrenkodex wurde nunmehr seit über zehn Jahren nicht mehr überarbeitet, sämtliche Aspekte rund um das Internet – etwa Online-Foren – sind so freilich nicht darin enthalten, wie Alexander Warzilek, Geschäftsführer des Presserats, beklagt. „Die Überarbeitung des Ehrenkodex‘ wird 2012 eines unserer zentralen Themen sein, es ist auch angedacht, einen Experten von Außen hinzu zu ziehen, der hierzu eine Studie durchführen soll“, so Warzilek. „Außerdem soll es einen Vergleich mit anderen Rechtskodizes in Europa geben, wobei unsere Version dann selbstverständlich auf kulturspezifische Kriterien in Österreich Rücksicht nehmen wird.“
Neuauflage forciert. Für den Presserat und ihn selbst sei eine solche „Neuauflage“ absolut erforderlich, auch soll der Kodex dadurch „gestärkt und aufgerichtet“ werden, so Warzilek. Wobei er auch hinzufügt: „Wir haben im ersten Jahr unseres Bestehens bewiesen, dass man auch mit dem jetzigen arbeiten kann.“ Was aktuell fehlt, sind neben sämtlichen Online-Aspekten zum Beispiel der Jugend- und der Opferschutz, „der zwar über den Persönlichkeitsschutz abgedeckt ist, aber ideal ist das nicht“, so Warzilek. Keinesfalls aber wolle man einen so umfangreichen Kodex wie in Deutschland schaffen. Mit der neuen Version des Ehrenkodex‘ sollen sich letztlich nicht nur die Journalisten leichter tun, auch die Bevölkerung soll damit einfacher mögliche Verstöße „anzeigen“ können.
Um die Menschen darauf aufmerksam zu machen, dass es seit über einem Jahr wieder einen Presserat gibt, den sie jederzeit kontaktieren können, wird es 2012 außerdem eine Kampagne geben, wie Warzilek gegenüber dem MedienManager sagt. "Wir wollen, dass die Leute wissen: Jedermann kann sich an uns wenden! Das muss noch stärker ins Bewusstsein dringen.“
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