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IAA Business Communication Breakfast: Moritz von Laffert im Gespräch mit IAA Präsident Walter Zinggl

Zum Auftakt der Medientage am 27. September lud die IAA (International Advertising Association – Austrian Chapter) zum ersten Business Communication Breakfast im Wintergarten des Erste Campus mit Moritz von Laffert (CEO Condé Nast). Im Talk mit IAA Präsident Walter Zinggl sprach von Laffert über die aktuellen Entwicklungen in der Medienbranche, die digitalen Herausforderungen und deren Auswirkungen auf die Zukunft.

 

Johannes Brunnbauer
Moritz von Laffert und Walter Zinggl

Moritz von Laffert wies gleich zu Beginn des IAA Business Communication Breakfasts darauf hin, dass bei Familienunternehmen wie Condé Nast, Entscheidungen in einigen Bereichen anders getroffen werden als bei Kapitalmarktunternehmen. Langfristige Strategien haben hier einen höheren Stellenwert. Condé Nast investiert erheblich in die Digitalisierung, allerdings immer – und damit unterscheidet man sich von Anbietern wie Facebook oder Google – mit Focus auf den Content und darauf, bestehende Marken in die Tiefe auszubauen, statt neue, zusätzliche zu schaffen.

 

Der monetäre Ausbau bestehender Marken, vor allem auch mit Rücksichtnahme auf lokale Gegebenheiten, ist für das Verlagsunternehmen Gebot der Stunde. In Indien wird z.B. die Marke Vogue mit eine außergewöhnlich erfolgreichen „Wedding Show“ gestärkt oder die Marke Glamour im deutschsprachigen Raum mit der „Glamour Shopping Week“. All diese Maßnahmen erfolgen auf Basis der journalistischen Kraft, die über Jahrzehnte aufgebaut wurde.

 

Teil der Strategie von Verlagen muss auch sein, sich zu entscheiden, von welchen „Babys“ man sich rechtzeitig trennt, um das eigene Portfolio finanziell und markentechnisch nicht zu belasten.

Verlagsleiter müssen sich überlegen, wie man die eigenen Marken stärkt, sie in ein neues Zeitalter bringt, wie sie in fünf oder zehn Jahren aussehen müssen, um weiterhin erfolgreich zu sein.

 

Von Laffert denkt, dass viele Verlage eher auf Disruption als auf Transformation setzen. Stil des Hauses Condé Nast ist das langfristige Investment, tief verankert mit den Themen und der Zielgruppe des Familienunternehmens. „Man muss nicht immer sofort alles mitmachen“, stellt von Laffert fest, „aggressives Vorgehen ist nicht unser Unternehmensziel, wir setzen verstärkt auf Sachthemen. Der Investitionsdruck ist bei Kapitalunternehmen mit Sicherheit größer, aber Druck kann auch positiv sein. Beide Vorgehensweisen haben ihre Vor- und Nachteile.“

 

Social Media, die Zusammenarbeit mit Influencern, ist für Verlage mit Sicherheit ein großes Thema und sollte nicht unterschätzt werden, denn hier tut sich ein konkurrenzierender Werbemarkt auf, an dem man mitpartizipieren sollte. Condé Nast baut z.B. eigene Influencer auf, gibt sehr viel Geld für Modefotografie aus, die dann von Influencern kopiert und damit weiterverbreitet wird. In der Absatzpolitik verabschiedete sich das Verlagsunternehmen von der rein lokalen Vermarktung, agiert jetzt deutlich mehr prozessorientiert und globaler, um Kunden noch besser servicieren zu können.

 

IAA Präsident Walter Zinggl zeigt sich über den Erfolg des ersten IAA Business Communication Breakfast beeindruckt: „Das neue Format hat sehr guten Anklang gefunden, wir werden diese Frühstücksgespräche definitiv fortsetzen, aber jetzt freuen uns einmal auf den nächsten IAA Business Communication Lunch mit Marketingguru Mark Ritson am 5. Oktober 2018!“

Über Moritz von Laffert

Von Laffert kam 2009 als Geschäftsführer und Herausgeber zu Condé Nast Deutschland. 2011 übernahm er zusätzlich die Rolle als Vice President International. Zu seinen weiteren Aufgaben im Verlag zählte die Position des Director Acquisitions and Investments, in der er das Akquisitionsgeschäft von Condé Nast International verantwortete. Außerdem ist er Senior Advisor für Investments der New Yorker Holding Advance Publications und hat Aufsichtsratspositionen bei Vestiaire Collective und Monoqi inne. In den vergangenen Jahren trieb von Laffert unter andern die Digitalisierung und internationale Vernetzung des Verlags voran. Condé Nast gilt als exklusivstes Medienunternehmen der Welt. In Deutschland zählen VOGUE, GLAMOUR, GQ, AD und WIRED zum Portfolio. Vor seiner Zeit bei Condé Nast war der gebürtige Hamburger in verschiedenen Führungspositionen für Axel Springer tätig. Zuletzt trug er dort als Verlagsgeschäftsführer die Verantwortung für die Frauen- und Lifestyle-Medien. Bei Springer absolvierte er einst auch seine Ausbildung zum Verlagskaufmann. Später erlangte er noch einen Bachelor of Science in Economics und einen Master of Science in Management an der London School of Economics.

 

Über die IAA – Austrian Chapter

Ein einzigartiges globales Netzwerk. 4.000 Mitglieder. 56 Chapter. 76 Länder.

Die International Advertising Association (IAA) mit Hauptsitz in New York wurde 1938 gegründet, um sich für die verantwortungsvolle Gestaltung von Werbekommunikation einzusetzen. Die IAA mit ihren 56 Chaptern in 76 Ländern ist eine einzigartige globale Partnerschaft, deren Mitglieder sich aus Werbetreibenden, Medien, Werbeagenturen, Medienunternehmen sowie Akademien zusammensetzen. In Österreich zählt die IAA rund 300 Mitglieder aus Werbeagenturen, Medien und werbe-treibender Wirtschaft sowie rund 150 Mitglieder der IAA Young Professionals. Damit dient die IAA als Plattform und Drehscheibe, aber auch als Sprachrohr der Kommunikations- und Werbebranche.

www.iaa-austria.at