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Otto Koller, Herausgeber MedienManager

„Ausgerechnet die Digital Heroes haben es erkannt. E-Commerce-Giganten wie der Wein-Anbieter Hawesko, das Modekaufhaus Zalando oder der Kreuzfahrtanbieter Dreamlines, sie, mit digitalem Business groß geworden, haben erkannt, dass sie ihre Zielgruppen am besten über gedrucktes Material erreichen. Sie alle versorgen ihre wichtigsten Kunden mit eigenen hochwertigen Magazinen, weil Medienkanäle vor allem mit einem zu tun haben, was viele Marketer in ihrem blinden Online-Wahn oft übersehen: mit Mood, mit situativen Stimmungen der Rezipienten.“ Dies sind die ersten Zeilen des beeindruckenden Geleitworts von Dr. Jochen Kalka (Chefredakteur der Werben & Verkaufen GmbH) zur „The Power Of Print – Metaanalyse zur Werbewirkung von Print“. Erhältlich unter www.creatura.de. Die Verfasser dieses außergewöhnlichen Werks preisen dieses mit den Worten an: „Jeder, der in seiner täglichen Arbeit mit Printkommunikation zu tun hat – ob Werbe- oder Marketingleiter, Produkt- oder Markenmanager, Kreativer oder Einkäufer –, kurzum jeder, der nicht Effekthascherei betreiben, sondern sein Budget gewinnbringend einsetzen will, findet in der Creatura-Metaanalyse Inspiration für seinen Marketingerfolg.“ Und ich möchte dies als begeisterter und wirklich von diesem Werk beeindruckter Leser hiermit bestätigen.

Werbung ist für die meisten österreichischen Unternehmen zur Erfolgsabhängigkeit geworden. Daher gibt es auch immer mehr Werbung – und somit auch immer mehr Werbung, die in Wahrheit gar nicht funktioniert. Parallel dazu erleben wir einen mündigen Konsumenten, der selbst entscheidet, ob und zu welchen Themen er Werbung erhalten möchte. Daraus resultiert die Frage, hinter welchem Endgerät sich ein potenzieller Kunde befindet. Und egal wo, das Popup- Fenster oder das schrille Banner warten, wohin man nur blickt.

Lange Zeit galt Print als aussterbendes Modell, aber entgegen zahlreicher Prophezeiungen hat sich unsere Welt noch nicht komplett in Pixel aufgelöst. Die Autoren der Metaanalyse „The Power Of Print“ meinen dazu: „In unserer digitalen Welt spielt das analoge Medium Print eine veränderte, doch nach wie vor bedeutende Rolle. Seit Beginn dieses Jahrtausends ist beispielsweise die Anzahl der Fachzeitschrifttitel in Deutschland um 35 Prozent gestiegen. Wochenzeitungen wie Die Zeit, die nicht auf Tagesaktualität setzen, erreichen Rekordauflagen und selbst über den ‚digitalen Lifestyle‘ wird in gedruckten Magazinen berichtet.“

In einem meiner letzten Beiträge zitierte ich auch einen Beitrag von Jürgen Zietlow. Er ist als Autor und Fachjournalist seit 1998 in der Medienbranche tätig und berichtete in einem MedienManager-Interview, dass sich Manager selten trauen, offen über die Probleme im Umfeld der Digitalisierung insgesamt zu sprechen. Die Geschäftsführerin der Werkzeuge Weber GmbH & Co. KG, Vanessa Weber, titelte einen dieser seltenen, couragierten Blogbeiträge mit „Digitalisierung – ich fühle mich überfordert“. Hans-Christian Schwingen, Chief Brand Officer (CBO) der Deutschen Telekom, äußerte sich in puncto digitales Marketing im Rahmen einer Podiumsdiskussion auf dem Deutschen Medienkongress noch viel deutlicher. Schwingen sagte wörtlich: „Werbungstreibende sind digitalbesoffen!“ Was bleibt, sind Fragezeichen und in vielen Fällen Verwirrung. Doch was wir mit Sicherheit bereits wissen: „Entweder – oder“ ist nicht das Thema. „Was zu welchem Zeitpunkt?“ lautet die richtige Frage, und hier braucht es in Zukunft Wissen und Strategie.

Herzlichst,
Ihr Otto Koller