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© JanetschekDie Druckerei Janetschek war die erste Druckerei Österreichs, die gleichzeitig FSC- und PEFC-zertifiziert wurde. Geschäftsführer Erich Steindl spricht über die Umweltziele des Unternehmens.

MedienManager: Herr Steindl, die Druckerei Janetschek gibt es bereits seit dem Jahr 1912 – wie sieht die Erfolgsgeschichte aus?

Erich Steindl: Es ist eine sehr lange Geschichte: Der Großvater von Christian Janetschek hat das Unternehmen 1912 in Heidenreichstein gegründet und es dann seinem Sohn und dessen Frau übergeben. Die Druckerei wurde lange als sehr kleines Unternehmen geführt und regional gehalten. Im Jahr 1982 hat Christian Janetschek das Unternehmen von seinen Eltern übernommen. Ab da gab es ein starkes Wachstum. Christian Janetschek war sehr innovativ und geschäftstüchtig. Während seiner Zeit als Geschäftsführer hat er die Druckerei in 35 Jahren auf über 50 Mitarbeiter weiterentwickelt – eine beachtliche Größe für eine Druckerei. Das ist unter anderem gelungen, weil wir den Großraum Wien sowie die Ballungszentren rund um St. Pölten erschließen konnten. Zusätzlich haben wir ein Büro im 4. Bezirk gegründet, indem wir dort eine Druckerei übernommen haben, die in Wien produziert hat. Im Laufe der Zeit hat sich dieser Standort zu einer guten Verkaufsbasis und Kundenberatungsstelle entwickelt. Dank diesem Büro haben wir viele Kunden im Wiener Bereich für uns gewinnen können, wir konnten einen täglichen Lieferverkehr im Großraum Wien auf die Beine stellen und einen großen Wiener Industriekonzern, die Firma Grundig, als Kunden akquirieren, mit dem wir eine lange Partnerschaft aufbauen konnten. Als diese Partnerschaft beendet wurde, brach eine schwierige Zeit für uns an. Den Fortbestand der Firma und auch deren Größe zu sichern, war nicht immer leicht. Aber Christian Janetschek hatte schon im Jahr 2003 die gute Idee und das persönliche Interesse, sich mehr für den Umweltschutz zu engagieren. Aus dem Grund waren wir im Jahr 2003 die zweite Druckerei in Österreich, die das Österreichische Umweltzeichen verliehen bekommen hat. Wir haben erkannt, dass viele unserer Kunden großes Interesse daran haben, ihre Produkte so umweltfreundlich wie möglich herstellen zu lassen. Diesen Weg sind wir weitergegangen. Das heißt, wir haben Möglichkeiten gesucht, unser Produktportfolio möglichst umweltfreundlich aufzustellen. Wir haben zum Beispiel als eine der wenigen Druckereien zur Gänze im Betrieb auf Ökostrom umgestellt und wir waren die erste Druckerei in Österreich, die gleichzeitig FSC- und PEFC-zertifiziert waren. Ab diesem Zeitpunkt konnten wir den Kunden Drucksorten anbieten, die auf Papier von nachhaltig bewirtschafteten Waldflächen gedruckt werden – aus nachvollziehbaren Quellen. Wir hatten dann das Glück, einen tüchtigen Verkaufsleiter einzustellen, Manfred Ergott, der diese umweltfreundliche Einstellung weitertrug und weiterentwickelte. So konnten wir beachtliche Erfolge erzielen. Wir haben ein Öko Kompetenz-Team gegründet. Dabei handelt es sich um ein Team, dass sich sehr stark um alle Belange kümmert, die in Richtung Ökologie gehen oder sich um soziale Fragen innerhalb unseres Betriebes kümmert. Gemeinsam arbeiten sie Projekte aus und bringen Verbesserungsvorschläge ein. Das Team trifft sich regelmäßig und ist ein bunter Mix aus allen Abteilungen und Standorten des Unternehmens. So kommt es immer wieder zu neuen Ideen, die wir umsetzen können. Für unser Öko-Kompetenz- Team haben wir eine Auszeichnung bekommen, worauf wir sehr stolz sind.

MedienManager: Sie haben vor zwei Wochen einen Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht. Was ist darin zu lesen?

Steindl: Es handelt sich dabei bereits um den vierten Nachhaltigkeitsbericht, den wir auflegen; das hängt ebenfalls mit dem Weg zusammen, den wir beschritten haben. Als einzige Druckerei sind wir auch seit zehn Jahren durchgehend EMAS-zertifiziert. Daher haben wir uns verpflichtet, über unsere Aktivitäten Bericht zu erstatten. Der Nachhaltigkeitsbericht wird alle drei Jahre aufgelegt und ist eine umfassende Beschreibung all unserer Umweltleistungen. Alle Auswirkungen, die die Druckerei Janetschek verursacht, sind festgehalten. Für uns besonders interessant: Wir können die Ziele, die wir uns gesteckt haben, immer wieder nachvollziehen. So ist es uns beispielsweise gelungen, den Energieaufwand im Verhältnis zu der produzierten Menge um sechs Prozent zu senken, und wir haben das Wasser, das wir für die Produktion brauchen, um 20 Prozent reduziert. In den letzten zehn Jahren ist es uns zum Beispiel auch gelungen, die gefährlichen Abfälle um 65 Prozent zu reduzieren. Das ist ein wichtiger Punkt, nicht nur für die Umwelt, sondern auch für die Mitarbeiter, weil diese viel geringeren Gefahren am Arbeitsplatz ausgesetzt sind. In dem Nachhaltigkeitsbericht zeigen wir, wo wir unsere Energie hinlegen. Uns ist es auch wichtig, dass wir das unseren Kunden näherbringen können, weil sie schlussendlich großes Interesse daran haben, dass das Unternehmen, bei dem sie ihre Drucksorten herstellen lassen, möglichst nachhaltig wirtschaftet.

MedienManager: Welche Ziele hat man sich in Bezug zum Umweltschutz für die Zukunft gesetzt? Gibt es noch etwas, das Sie verbessern möchten?

Steindl: Ja! Da wir verschiedene Produktgruppen anbieten, gibt es noch einige Bereiche, in die wir in Zukunft auch mehr Energie legen wollen. Ein sehr interessantes Gebiet ist zum Beispiel die Verpackung.  Der Verpackungsmarkt ist ein Markt, der wächst, und wir versuchen, gemeinsam mit dem Kunden, möglichst nachhaltige und umweltschonende Produkte zu entwickeln. Kunden, die bis jetzt Plastikverpackungen eingesetzt haben, beraten wir dahingehend, wie sie aus Karton oder Recyclingmaterialien Verpackungen produzieren können, um den Müll zu reduzieren und weniger Entsorgungsaufwand zu haben. Und auch, um ihren Kunden zu zeigen, dass ihre Produkte nachhaltig verpackt und verkauft werden.

MedienManager: Die klassische Druckerei entwickelt sich immer mehr zum Medien- und Kommunikationsdienstleister. Welche Aufgaben kommen auf Druckereien künftig noch zu?

Steindl: Wir sehen, dass Drucksorten nach wie vor gebraucht werden. Wir sehen, dass immer mehr Drucksorten produziert werden, aber in immer kleineren Auflagen. Das stellt uns zum einen vor die Aufgabe, dass wir immer die richtige Technologie verwenden. Wir merken ganz stark, dass im Digitaldruck das Wachstum immer stärker wird. Wir sehen aber auch, dass die Kunden von uns beraten werden wollen, wie wir sie noch besser unterstützen können. Mittlerweile haben wir oft den Fall, dass ein Kunde ein neues Logo haben möchte. Nach dem Besuch beim Kunden stellt sich heraus, dass er, zusätzlich zum Logo, einen neuen Produktkatalog, einen neuen Imageprospekt, eine neue Webseite und eigentlich eine ganz neue Marketingstrategie braucht. Dieses Problem umfassend zu betrachten, wird in Zukunft die Aufgabe einer Druckerei sein, natürlich unter Zuhilfenahme oder in Kooperation mit Partnern. Wenn wir merken, dass es sinnvoll ist, nehmen wir uns immer einen Partner dazu. Beispielsweise wenn ein Kunde bei der Logoentwicklung ganz gezielte Anforderungen stellt, die wir alleine nicht erfüllen können. Wir binden dabei vor allem auch regionale Partner ein, mit denen wir solche Projekte umsetzen können.

 

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