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Hörfunk: Sicher in der Krise

Die aktuellen Zahlen des Radiotests 2020-2 zeigen, dass der Hörfunk fest zum Mediennutzungsrepertoire in Österreich gehört – und sich offensichtlich in der Krise bewährt.

Die Coronakrise hat nicht nur in Österreich die Medien fest im Griff. Eingefrorene Werbebudgets sind zudem in so ziemlich allen Mediengattungen zu finden. Jedoch nicht in allen, betrachtet man die jüngsten Zahlen für das 1. Halbjahr 2020 von Focus Media Research. Demnach hat es anlassbedingt bei Kino mit 70 Prozent Werbeeinbruch zum Vergleichszeitraum des Vorjahres den stärksten Rückgang gegeben. Auch Außenwerbung, TV und der Printbereich mussten mit bis zu 25 Prozent minus ordentlich Federn lassen. Als „gallische Dörfer“ erwiesen sich in der Krise einmal mehr Online (mit einem Plus von 8 Prozent) – und die große Werbeüberraschung ist eben Radio, das mit einer schwarzen Null bislang die Coronakrise durchtauchen konnte. Deshalb gibt sich Joachim Feher, Geschäftsführer des Privatradiovermarkters RMS Austria, durchaus euphorisch: „Tagesbegleiter, Unterhalter, Informationsquelle, aber auch Anker und Stabilisator: All diese Rollen meistert Radio auch in Zeiten der Krise mit Bravour und zeigt einmal mehr, dass es in jeden Mediaplan gehört.“ Radio sei eben krisensicher – als Medium ebenso wie als Werbegattung.

Radiotest. Denn laut aktuellen Zahlen des Radiotests 2020-2 (für den Zeitraum Juli 2019 bis Juni 2020) landet die gesamte Gattung Radio auf einem Spitzenplatz: Sechs Millionen ÖsterreicherInnen nutzen demnach täglich Radio. Das entspricht einem Tages-Potenzial von 76,2 Prozent. Ebenso positiv hat sich die Hördauer entwickelt: Herr und Frau Österreicher hören im Schnitt 3 Stunden und 20 Minuten Radio pro Tag. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einer Steigerung von 5 Minuten. Im Sender-Ranking gab es kaum große Veränderungen: Die ORF-Senderfamilie hielt sich im Jahresvergleich stabil, Ö1 legte geringfügig zu, Ö3 verlor einen Prozentpunkt. Bei den Privaten zeigte sich Radio 88.6 mit 3 Prozent täglicher Reichweite bundesweit durchaus ambitioniert.


Erika Hofbauer

 

Radio im Überblick
Rund 30 Sender bzw. Sendergruppen, die vom Radiotest erfasst werden, senden ihre Radiobotschaften in Österreich in den Äther.
Neben der ORF-Senderfamilie (Ö1, Ö2/Bundesländer-Radios, Ö3, FM4) agiert bundesweit neben Kronehit auch seit dem 26. Oktober 2019 Radio Austria der Mediengruppe Österreich (MGÖ) – bislang unter der Hörfunk-Sparte oe24/Antenne Österreich in Wien, Salzburg und Tirol vertreten.
Im Erfassungszeitraum Juli 2019 bis Juni 2020 (Radiotest 2020-2) hat sich die Hördauer positiv entwickelt: 3 Stunden und 20 Minuten pro Tag hören Herr und Frau Österreicher im Schnitt Radio, was einer Steigerung von 5 Minuten entspricht.
Über 6 Millionen Österreicher/-innen nutzen täglich Radio.
Das entspricht einem täglichen Potenzial von 76 Prozent.
Quelle: Radiotest 2020-2, 10+, Mo–So

 

 

Die beliebtesten „Privaten“ in den Bundesländern

Ö3 dominiert freilich nach wie vor den Äther auch in der Bundesländer-Betrachtung (zwischen 21,5 und 39 Prozent*). Und auch die regionalen Radiosender der ORF-Familie zählten zwischen Juli 2019 und Juni 2020 wenig überraschend zu den beliebtesten Sendern in den jeweiligen Ländern (von 12 Prozent in Wien bis 42 Prozent in Kärnten*). Ein Blick auf Sender außerhalb des ORF-Spektrums zeigt jedoch achtbare Angebote*.

*Quelle: Radiotest 2020-2, TRW in %, 10+, Mo-So

 

Anteil Hörfunk am gesamten Werbekuchen 1. Halbjahr 2020

Gesamter Bruttowerbewert 1.HJ 2020 (= 100 %)*, exkl. Direktmarketing: 1,7 Mrd. Euro (minus 12 % zum Vergleichszeitraum des Vorjahres)


Zahlen gerundet
Quelle: Focus Media Research

 

 

* Radio Austria ist am 26. Oktober 2019 als zweiter nationaler Privatsender on air gegangen. Dieser Sender umfasst die Frequenzen aller bisherigen Radio Ö24-Sender (Wien, NÖ, Bgld, Stmk., OÖ und Vbg.) sowie Lounge FM Steiermark und Kärnten. Die bisherige Antenne Salzburg wurde ebenfalls in Radio Austria eingegliedert. Lounge FM Salzburg wurde jedoch zu Antenne Salzburg.

Quelle: Radiotest 2020-2, Juli 2019 bis Juni 2020