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Medienmanagement als Pflichtübung

Welterschöpfungstag: 22. August 2020

Die Corona-Pandemie verändert unser Leben, nimmt Einfluss auf die Umwelt und verzögert weltweite Ressourcenvernichtung. Erstmals seit 50 Jahren wird im Jahr 2020 der der „Earth Overshoot Day“ zu Deutsch „Welterschöpfungstag“ an einem späteren Tag ausgerufen. Dieser Stichtag wird in einer jährlichen Kampagne der Organisation Global Footprint Network als der Tag des laufenden Jahres, an dem die menschliche Nachfrage nach nachwachsenden Rohstoffen das Angebot und die Kapazität der Erde zur Reproduktion dieser Ressourcen in diesem Jahr übersteigt, festgelegt.

Wissenschaftlich betrachtet ist der weltweite Klimawandel nicht mehr zu leugnen. Nicht mehr zu vernachlässigende Fragen wie: Darf man zum Schutz unseres Planeten noch Fleisch essen? Wann sind Flugreisen eigentlich noch vertretbar? Müssen Kohlekraftwerke zwingend als Klimaschädlinge identifiziert werden? u. v. m. stehen an der Tagesordnung. Nahezu jeder Lebensbereich wird unter die Lupe genommen. Doch an einem Thema will man vor dem Hintergrund des weltweiten Digitalisierungswahnsinns nicht rütteln: dem Internet. Obwohl zahlreiche wissenschaftliche Studien den enormen CO2-Ausstoß von Serverfarmen, die für Google, Netflix & Co. notwendig sind, belegen, scheint dieses Thema unantastbar zu sein.

Im Oktober 2019 berichtet etwa die Tageszeitung Der Standard: „Aktivitäten im Netz hinterlassen einen gewaltigen ökologischen Fußabdruck. Im Jahr 2009 rechnete der Harvard-Physiker Alex Wissner-Gross aus, dass eine Google-Suche sieben Gramm CO2 verursacht. Das entspricht etwa der Hälfte der Energie, die man für das Aufkochen einer Kanne Tee benötigt (nach Angaben von Google produziert eine typische Suchanfrage lediglich 0,2 Gramm CO2). Bedenkt man, dass Google pro Tag 3,5 Milliarden Suchanfragen verarbeitet, kommt hier, so oder so, eine beträchtliche Menge zusammen.“

Diese Tatsache wirft zum einen die Frage auf: Welchen Beitrag leisten Google & Co. bei der Schadensbehebung? Und zum anderen: Welche Dringlichkeit hat diese Tatsache im Bewusstsein jedes einzelnen Internet-Users?

Lori Lewis, ein Urgestein der Radio- und Social-Media-Szene aus den USA, hat in ihrer Grafik „The Internet Minute“ dargestellt, was sich in nur einer Minute im weltweiten Netz abspielt. Im März 2020 veröffentlichte sie die Grafik, die sie wie folgt kommentiert: „People are viewing multiple screens and toggling social platforms at lightning speed. And with everyone scrolling, posting, swiping, tweeting, liking, sharing, downloading, snapping, etc …, it’s critical we understand in part what the audience is doing every 60 seconds as we work to earn their attention in order to cultivate sustainable relevancy. Here is the 2020 updated version of “The Internet Minute” graph we have all come to love!“

Lori Lewis zeigt mit ihrer Grafik und den daraus ablesbaren Kommunikations-prozessen auf, wie weit die Menschheit bereits mit dem Internet und seinen Möglichkeiten verwoben ist. Der Global Digital Report 2018 von We Are Social und Hootsuite zeigt gleichzeitig, dass heutzutage mehr als 4 Milliarden Menschen das Internet nutzen. Weit über die Hälfte der Weltbevölkerung ist inzwischen online, und die neuesten Ergebnisse zeigen, dass 2017 fast eine Viertelmilliarde neuer Nutzer zum ersten Mal online waren.

Es wird also Zeit, dass die werbenden Unternehmen dieser Welt ihren längst überfälligen Umweltbeitrag leisten und ihre New World – Medien Manager sich konsequent mit diesen Tatsachen befassen.

Wie immer viel Spaß beim Lesen,

Ihr
Otto Koller