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1. Online Druck- & Medienkongress mit Erfolgsbilanz

Der Lockdown am 3. November brachte die Köpfe beim Verband Druck & Medientechnik gehörig zum Rauchen, war doch für diesen Tag der Druck- & Medienkongress geplant. Von einer hybriden Veranstaltung mit Live-Publikum vor Ort wurde als flexible Reaktion auf die Verkündung des Lockdowns sofort auf eine reine Online-Veranstaltung umgerüstet. Mit Erfolg: Mehr als 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer verfolgten den 1. Online-Kongress der Druck- und Medienbranche.

2020 war und ist für alle in der Druck- und Medienbranche eine unglaubliche Herausforderung. Die Auftragslage ist gesunken, Betriebe mussten umstrukturieren und sich auf Online umstellen. Es gab eine Veränderung nach der anderen, niemand wusste, wie die nächste Woche aussieht. Darum wollten wir ein Zeichen setzen und den Druck- & Medienkongress als einen der wenigen Branchentreffs stattfinden lassen. Veränderungen gab es ohnehin genug, also wollten wir Beständigkeit signalisieren, ganz nach dem Motto „Gemeinsam drucken wir das durch!“, betonte der Präsident des Verbands Druck & Medientechnik, Gerald Watzal, in seinen Eröffnungsworten. Gerhard Scharmer-Rungaldier, Landesgruppenobmann für die Steiermark, ergänzte: „Es freut mich als Steirer sehr, dass Graz Aufzeichnungsort der Online-Veranstaltung ist und wir hier Vordenker sein können, denn wir alle wissen, dass so große Online-Veranstaltungen derzeit noch rar sind.“ Die Themen des Druck- & Medienkongresses hätten nicht passender und aktueller sein können. Mit Tipps für den Verkauf und Impulsen für einen Re-Start möchte der Verband Druck & Medientechnik auch ein Zeichen gegen Lethargie und Raunzen setzen. Gerade die Druckbranche sei innovativ und hätte schon im ersten Halbjahr neue Produkte wie Abstandkleber, Hauchschutzwände oder bedruckten Mund-Nasen-Schutz auf den Markt gebracht, so Scharmer-Rungaldier. Durch den Vormittag führte Oliver Wieser.

Produkte entwickeln reicht nicht – es braucht ein Narrativ
Umsatz kommt von Umsetzen – mit diesem Motto startete Vertriebsguru und Bestsellerautor Roger Rankel seine Keynote. Ein Produkt zu entwickeln reiche nicht aus, um erfolgreich zu sein. Vielmehr müsse ein Unternehmen ein Narrativ, eine Geschichte entwickeln, mit der es sich von anderen Marktteilnehmern abhebt. Dieses müsse ein Kompetenz- und ein Leistungsversprechen enthalten und sowohl im persönlichen Gespräch als auch online funktionieren. „Man liest es, versteht es, will es“, so Rankel. Einen Kunden für sich zu gewinnen sei jedoch nur die halbe Miete. Es gelte, den Kunden zum Wiederkäufer und schlussendlich zum Fürsprecher zu machen. Anhand von Beispielen zeigte Rankel dabei eindrucksvoll, wie Verkaufen funktioniert – die Tipps der „Umsatzverdoppler“. Denn eines haben der Malerbetrieb mit Sauberkeitsgarantie, das Sanitätsbedarfsgeschäft mit Rollator-Teststrecke oder auch das Restaurant mit dem Tafelspitz im Kupferkessel gemeinsam – man vergisst sie nicht.

Teamvergütung statt Freudegefälle
Neben der Kommunikation nach außen ist aber auch eine entsprechende Vergütung von Mitarbeitern wichtig. Hans Bachinger, Geschäftsführer von Menschen im Vertrieb, rechnete vor, warum Teamleistung viel stärker belohnt werden sollte. Unzureichend abgestimmte Innen- und Außendienstteams, ein „Freudegefälle“ zwischen dem Verkauf und nicht vertrieblich tätigen Mitarbeitern, sowie margenschwache Verkäufe seien Indikatoren eines unwirksamen Anreizsystems. „Dabei kann Vergütung ein echter Ertrags-Booster sein“, so Bachinger. Er unterstützt Unternehmen beim Aufsetzen und Implementieren von Vergütungssystemen, die sich an vorab gemeinsam definierten Zielen orientieren und ein echter Anreiz für Mehrleistung sein können.

Automation und Daten
Zum Thema Lead-Generierung und Automatisierung von Sales-Prozessen gab Markus Liebeg vom FH Campus 02 wertvolle Einblicke, und Peter Berger und Oliver Eckelhart vom Team Vertriebserfolg demonstrierten, wie CRM-Systeme zu echten verkaufsunterstützenden Assistenz-Systemen werden können.

„restart innovation“: Was erwartet die Branche?
Dass die Druckbranche schon im zweiten Lockdown einen Restart vorbereiten muss, zeigte Branchen-Experte Bernd Zipper. Die wirtschaftliche Prognose stehe auf Abschwung und Schrumpfen des Druckvolumens sowie Fusionen von Druckereien zu großen Druckhäusern. Gleichzeitig würden Printprodukte wieder mehr Wert bekommen und spielten eine wichtige Rolle in der Mediaplanung und in der Kommunikation von Unternehmen und für Privatpersonen. Print als Massenkonsumprodukt sei einer der augenscheinlichsten Trends, meint Zipper. „Folgen Sie den Trends“, rief Zipper sein Publikum auf. Von bedruckten Müslipackungen über Fotobücher bis hin zu personalisierten Glückwunschkarten oder Tischunterlagen seien der Kreativität keine Grenzen gesetzt.
Zipper sprach zudem in Innovations-Talks mit den führenden Maschinenherstellern und Softwareanbietern der Druckbranche – Agfa, Heidelberg, Chromos, Müller Martini und König & Bauer. Die Quintessenz: Jetzt ist Zeit für Innovationen!

Sponsoren und Mediapartner
Der Verband Druck & Medientechnik bedankt sich bei allen Sponsoren, die den 1. Virtuellen Druck- & Medienkongress möglich gemacht haben, allen voran Hauptsponsor Agfa sowie Chromos AG, Gmund Papier, Heidelberger Druckmaschinen AG, König & Bauer (AT) GmbH, Müller Martini Eastern Europe GmbH, Konica Minolta, Berberich Papier GmbH, Druma Posner GmbH, Fujifilm Europe GmbH, Kodak GmbH, manroland Österreich GmbH, ÖKI GmbH, printplus AG, sappi Austria Vetriebs GmbH & Co KG, xerox Austria GmbH sowie den Medienpartnern Print & Publishing, Papier & Druck, MedienManager und beyond-print.de


Katharina Scheyerer-Janda

alle Fotos: Verband Druck & Medientechnik / Zangl