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Und die Menschen blieben zu Hause!

Problem Corona – Oder doch eine Chance für uns alle?

Lockdown Nummer zwei, Kurzarbeit und damit verbundene Einschränkungen haben uns Menschen wiederholt in die Isolierung gedrängt. Ein Lebensumstand, der Zeit und damit auch Raum für unkontrollierte und oft angstvolle Gedanken mit sich bringt. Die Tatsache, dass die Medienflut bei vielen von uns für zusätzliche Verwirrung und oft Verstörung sorgt, lässt sich dabei ebenfalls nicht leugnen. Diese Ausgabe des MedienManagers ist ganz bewusst den Menschen und nicht den Funktionären von Organisationen gewidmet. Nicht Status, Rang und Würde, Wichtigkeit und Bedeutung des Berufsstandes zählen, und nicht die Frage „Wo wirbt es sich am effizientesten?“ steht in dieser Ausgabe im Mittelpunkt. Wir, die MedienManager-Redaktion, möchten bewusst ausgewählte Beiträge und Geschichten für Bewusstseinsbildung in Verbindung mit Mensch und Umwelt bieten. Buchempfehlungen, Storys, die aufzeigen, dass bei all den Herausforderungen dieser Welt das Glas halb voll und nicht halb leer ist, sollen den mit Recht demotivierten und sorgenvollen Teil unserer Gemeinschaft Hilfe dabei bieten, sich wieder positiv auf eine durch uns alle gestaltbare Zukunft einzustellen.

 

Und die Menschen blieben zu Hause

Und die Menschen blieben zu Hause

 

Weihnachten steht vor der Tür. Vielleicht die Chance, dieses für viele Junggebliebene einzigartige Fest einmal ganz anders zu begehen. Ohne Rummel, ohne Punschgelage, mit viel Freiraum für Einkehr und Zeit, sich seinen Lieben bewusst zuzuwenden. Und wenn unsere Zeit Sieger über etwas ist, dann über die für viele Menschen unerträgliche Stille, die innere Tore zu Gedanken öffnen kann, denen man sich niemals hingeben sollte. Ganz im Gegenteil. Gilt es nicht gerade jetzt, die technischen Errungenschaften unserer Zeit für den Umgang mit der persönlichen Bewältigung dieser Krisenzeit aktiv und bewusst zu nutzen? Ein persönliches Gespräch mit seinen Lieben muss nicht unbedingt im selben Raum stattfinden. Die heutigen Technologien erlauben Face-to-face-Gespräche und übertragen dadurch Eindrücke, Befindlichkeiten und Schwingungen in einer durchaus persönlichen und menschenwürdigen Form. Nicht das, was uns jetzt fehlt, darf unseren Fokus trüben, sondern das, was trotzdem geht, muss in unser Bewusstsein rücken und Raum für kreative Kommunikationsprozesse schaffen. Das Gespräch mit seinen Lieben muss daher nicht fehlen, sondern kann mit den heutigen Möglichkeiten neu organisiert und orchestriert werden.
Mit der Vorstellung von Kitty O’Mearas hoffnungsvollem Pandemie-Gedicht „Und die Menschen blieben zu Hause“ möchten wir einen Beitrag zur der Bewältigung dieser Sondersituation und Krise leisten. Manchmal passieren noch Wunder: Eigentlich teilte die Amerikanerin Kitty O’Meara ihr Gedicht im März 2020 lediglich auf ihrer privaten Facebook-Seite. Was dann passierte, hätte sie sich niemals träumen lassen, denn innerhalb kürzester Zeit wurden ihre Zeilen von Millionen begeisterten Menschen weltweit geteilt. Das Gedicht wurde durch soziale Medien, Nachrichten und einflussreiche Persönlichkeiten wie Deepak Chopra, Lindsey Lohan und Kate Winslet weit verbreitet, und O, The Oprah Magazine bezeichnete O’Meara sogar als „Poesie-Preisträgerin der Pandemie“. In einer Zeit, in der sich ein Großteil der Menschheit hilflos und dem Coronavirus ausgeliefert fühlt, werden O’Mearas Zeilen dringend gebraucht. Sie ermutigen uns dazu, überholte Denkmuster loszulassen, neue Lebensweisen zu erschaffen und dadurch mehr und mehr im Einklang mit uns selbst und unserer Umwelt zu leben.

Und die Menschen blieben zu Hause

 

Zentrale Themen des Buches sind die Kraft der Kunst in schwierigen Zeiten und die große Bedeutung von Umweltschutz für uns und unseren Planeten. In den letzten Monaten gab es zahlreiche Fehlinformationen über die Urheberschaft des Gedichts. Es wurde zum Beispiel vermutet, es stamme aus der Zeit der Pest. Verbreitet war auch die Annahme, Kitty O’Meara sei Kathleen O’Meara (1839–1888), eine irisch-französische Schriftstellerin, die auch unter dem Künstlernamen Grace Ramsay bekannt war. Besonders bemerkenswert war der Dominoeffekt, den das Gedicht in Bezug auf die Entstehung zahlreicher neuer Kunstwerke hatte. Darunter Kurzfilme, Lieder, Musikvideos, Tänze, Kompositionen und vieles mehr. Zu den vielen Höhepunkten zählt ein Musiksolo des Komponisten John Corigliano, das von Renée Fleming in der Online-Veranstaltung „We Are Here“ uraufgeführt wurde: ein Fest der Widerstandsfähigkeit und der Hoffnung.

Und die Menschen blieben zu Hause

 

Persönlicher Bezug der Verlegerin zum Buch
Inwieweit man von einer Infektion mit Corona aus der Bahn geworfen werden kann, hat die Verlegerin Marie Franz am eigenen Leib erfahren. Wochenlang litt sie an Erschöpfungszuständen und Schlafstörungen. Ausgerechnet in dieser Zeit arbeitete sie unter Zeitdruck an der deutschen Ausgabe von „Und die Menschen blieben zu Hause“ – in Quarantäne mit ihrem Partner und ihren beiden kleinen Kindern. „In dieser Zeit bin ich öfter an meine Grenze gekommen“, erzählt sie. „Mein Körper und meine Kinder wollten meine volle Aufmerksamkeit, als Selbstständige konnte ich mich aber nicht krankschreiben lassen, und der Erscheinungstermin rückte immer näher. Es war ein richtiges Dilemma.“ Diese Situation eröffnete ihr aber auch die Möglichkeit, die Botschaft des Buchs auf Herz und Nieren zu prüfen. „Als es mir wegen Corona überhaupt nicht gut ging, hat mir dieses Gedicht sehr geholfen. In diesen Momenten habe ich mich dafür entschieden, mich auf alles Positive zu konzentrieren und wirklich zu hinterfragen, was meine Prioritäten im Leben sind. Nach einer Erkrankung sieht man die Welt oft mit anderen Augen, alles Unwichtige verliert an Bedeutung und man ist dankbar für vieles, was einem vorher selbstverständlich schien. Diesen Perspektivwechsel versuche ich seitdem beizubehalten.“

Marie Franz

Das Buch erscheint am 1. Dezember 2020
www.goldblattverlag.de/shop/und-die-menschen-blieben-zuhause
Erhältlich überall, wo es Bücher gibt.

 

Kitty O’Meara 2020

Und die Menschen
blieben zu Hause

Und die Menschen blieben zu Hause.
Und sie hörten einander zu
und lasen Bücher
und ruhten sich aus
und machten Sport
und wurden kreativ
und spielten Spiele
und sie lernten, auf eine neue Art zu leben
und kamen zur Ruhe.
Und sie hörten genauer hin.
Manche meditierten,
manche beteten,
manche tanzten.
Manche begegneten ihren Schatten.
Und die Menschen begannen, anders zu denken.
Und die Menschen heilten.
Und in Abwesenheit der
rücksichtslosen, gefährlichen und herzlosen Lebensweisen der Menschen
begann die Erde zu heilen.
Und als die Gefahr vorüber war
und die Menschen wieder
zusammenkamen,
betrauerten sie ihre Verluste
und trafen neue
Entscheidungen
und träumten von neuen Ideen
und schufen neue
Lebensweisen,
um die Erde vollständig
zu heilen,
so wie auch sie geheilt
worden waren.