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Gesundgeschrumpfte Auflage, krankgeschrumpfte Redaktionen

Über die Zukunft von Print wurde bei den Medientagen schon mal lauter gejammert. Beim Panel zum Thema „Tageszeitungen im Transfer“ am Donnerstag legten die dort vertretenen Zeitungsmacher eine optimistische Einstellung an den Tag, was die Folgen des digitalen Wandels für die heimische Branche bedeutet. Wachstumsfeld wird Print wohl keines mehr, das liegt auf der Hand.

„Das Maximalergebnis kann sein, dass man Auflagen hält“, erklärte Markus Mair (Styria Media Group). Welche Integrationsstrategie für Print und Online sinnvoll ist, hänge vom Marktumfeld ab. Und in Österreich stärke der hohe Abo-Anteil am Vertrieb nach wie vor die gedruckte Zeitung.

Allerdings sei es viel aufwändiger geworden, Abonnenten zu gewinnen und zu halten, räumte Maximilian Dasch („Salzburger Nachrichten“) ein. Die SN sähen ihre „Marke im Vordergrund und unterscheiden nicht mehr zwischen Print und Digital“, skizzierte er die Salzburger Strategie. Das Sinken von Print-Auflage liege auch „an der Optimierung in den Verlagshäusern“, etwa, indem weniger Gratisexemplare auf den Markt gebracht würden.

In dieser Hinsicht konstatiert auch Nana Siebert vom „Standard“ ein gewisses „Gesundschrumpfen“: Auch ihre Zeitung konzentriere sich „auf das, was wirklich wichtig ist, die Abonnenten“. Reduziert habe man „Selbstentnahmetaschen und Großverkäufe“.

Vor „Krankschrumpfen“ warnte indes Gudula Walterskirchen von den „Niederösterreichischen Nachrichten“, nämlich in den Redaktionen. Immer mehr Redakteure müssten immer mehr Aufgaben wahrnehmen. Dies gehe zu Lasten der Inhalte, die den Kern jedes Medienprodukts ausmachten. Ähnlich sah das Richard Schmitt von krone.at: Wesentlich sei, „dass man den Journalisten wieder mehr Raum gibt, um zu recherchieren“. Die Redakteure müssten „draußen bei den Leuten sein“.

Alle Medienmacher vereint die Anstrengung, junge User für ihre Marke zu gewinnen. Einfach ist das nicht: Die viel beschworenen „Millennials“ seien ja keine homogene soziale Gruppe, gab Mair zu bedenken. Doch auch in dieser Frage herrschte eine optimistische Grundstimmung vor: „Die Zeitung wird auch für die Jugend von morgen interessant sein“, war sich Dasch sicher. Die SN setze etwa auf reine Digitalabos. Auch Schmitt vertrat die Ansicht, dass der digitale Auftritt einer Medienmarke der Gateway zu den Jungen sein kann.