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Junge Nutzer schauen mehr Online-Video als klassisches TV

Die Reichweite von Bewegtbild in Österreich ist nach wie vor hoch, 91 Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahre schaut täglich. Was und wie geschaut wird, variiert aber stark nach Alter. Bei den jungen Zuschauern (14 bis 29 Jahre) haben YouTube und Co. mittlerweile das klassische TV überholt. Das geht aus der am Donnerstag präsentierten Bewegtbildstudie 2019 hervor.

Basis der Studie im Auftrag von der RTR und der Arbeitsgemeinschaft Teletest sind 4.000 Interviews, die GfK von Anfang Februar bis Anfang März durchführte. Die für die klassischen TV-Unternehmen beruhigende Nachricht: In der Gesamtbevölkerung hat lineares Fernsehen immer noch 74,4 Prozent Reichweite. Der Zeitvergleich zeigt aber einen eventuell beunruhigenden Trend: Seit 2016 sank die Reichweite um 6,8 Prozentpunkte.

Und in der jungen Zielgruppe bis 29 Jahre hält nur mehr etwas mehr als die Hälfte dem linearen TV die Treue (51,6 Prozent). 54,6 Prozent dagegen beträgt die Reichweite von Online-Videos etwa über Streaming-Portale oder Social Media-Plattformen. In der Gesamtbevölkerung schaut fast ein Drittel (29,5 Prozent) täglich Online-Videos.

Das am häufigsten genutzte Videoportal ist YouTube, 71,1 Prozent der Befragten gaben an, die Plattform aus dem Hause Google in den vergangenen vier Wochen besucht zu haben. Auf Platz zwei liegt Amazon Prime Video (32,5 Prozent), gefolgt von Netflix (26,5 Prozent). Die ORF-TVthek, die in der Bewegtbildstudie in der Kategorie „TV-Sender/TV-Programm“ abgefragt wurde, platziert sich in der Gesamtbetrachtung zwischen YouTube und Amazon mit 42,6 Prozent.

Das Smartphone als Empfangsgerät gewinnt weiter an Bedeutung, mittlerweile für 87 Prozent. Damit liegt es praktisch gleichauf mit dem Fernseher (88 Prozent). Besonders gern genutzt wird es für den Abruf von Livestream-TV und Online-Videos. Über die Hälfte der österreichischen TV-Konsumenten haben bereits einen Fernseher mit Internet-Empfang (Smart-TV) im Wohnzimmer stehen bzw. hängen.

Fast 80 Prozent der Umfrageteilnehmer sind bekennende WhatsApp-User; fast zwei Drittel (62,1 Prozent) nutzen die Messenger-Applikation fünf bis sieben Mal pro Woche. Facebook ist mit 57,5 Prozent das meist genutzte Social Media-Portal, dahinter folgt mit 30,2 Prozent Instagram. Die Relevanz von Twitter, heiß geliebter Kanal österreichischer Journalisten und Politiker, ist in der Gesamtbevölkerung überschaubar. 12,2 Prozent haben den Dienst in den vergangenen vier Wochen genutzt, nur 3,9 Prozent zählen zu den Power-Usern.