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Wiener Psychosoziale Dienste feiern 40. Geburtstag

Eine für Menschen mit psychischen Erkrankungen in Wien extrem wichtige Institution feiert 40. Geburtstag: die Wiener Psychosozialen Dienste (PSD). Die Einrichtung wurde 1979 geschaffen. Im Oktober gibt es einen Festakt im Rathaus. Vor kurzem wurde auch der nach dem PSD-Gründer Stephan Rudas benannte Preis für fundierte Berichterstattung über psychische Erkrankungen ausgeschrieben.

Im April 1979 hatte der Gemeinderat den Beschluss zur Durchführung der Wiener Psychiatriereform gefasst. Das Ziel war die möglichst starke Senkung der Patientenzahlen in den psychiatrischen Kliniken, der dafür notwendige Aufbau einer flächendeckenden ambulanten Versorgung der Kranken und die Zurückdrängung der Zwangseinweisungen. Dahinter standen der 2010 verstorbene Psychiater und langjährige PSD-Chefarzt Stephan Rudas sowie politisch der damalige Gesundheitsstadtrat und Hämatologe Alois Stacher. 1979 hatte es in Wien 3.858 stationäre Psychiatrie-Betten gegeben. In der Folge konnte ihre Zahl um vier Fünftel reduziert werden. Der Anteil der umfreiwilligen Aufnahmen in psychiatrische Abteilungen ging in den Folgejahren ähnlich stark zurück.

Am 8. Oktober wird im Wiener Rathaus die Gründung des PSD-Kuratoriums vor rund 40 Jahren auf Einladung von Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) und Gesundheitsstadtrat und Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) gefeiert. Im Rahmen des Festakts kommt es auch zum dritten Mal zur Verleihung des vor kurzem wieder ausgeschriebenen Stephan-Rudas-Preises für fundierte Berichterstattung über psychische Erkrankungen.

Es sollen Journalisten ausgezeichnet werden, die Beiträge zum Themenbereich psychosoziale Gesundheit geschrieben haben, welche das Wissen über psychische Erkrankungen fördern und einer Stigmatisierung der Betroffenen entgegenwirken. Die übermittelten Beiträge aus 2018/2019 sollten sich primär an Leser bzw. Benutzer aus der Allgemeinbevölkerung richten. Interessierte Journalisten sind eingeladen, sich selbst oder Kollegen für die Auszeichnung vorzuschlagen.

Die Einreichung sollte einen Artikel bzw. Beitrag umfassen, der sich durch einen besonders differenzierten Umgang mit dem Thema psychische Gesundheit auszeichnet, sich an die Allgemeinbevölkerung richtet (nicht: Fachzeitschriften) und aus einer der folgenden Kategorien stammt: Print (Print-Medien, Online-Berichterstattung von Printmedien), Onlinemedien (Info-Websites, Blog-Beiträge, Social Media) sowie Hörfunk/TV. Einreichungen sollten eine Kurzbiografie – bei Hörfunk/TV-Beiträgen mit einer kurzen Textzusammenfassung des Inhalts umfassen. Die Bewertung erfolgt durch die siebenköpfige Jury nach den einzelnen Medien-Kategorien. Die Frist für die Einreichung von Beiträgen endet am 31. August 2019 (Bewerbungen sollten an folgende E-Mail-Adresse gerichtet werden: zeynep.arslan@wienkav.at).

Welche Bedeutung die von Psychiatriereformer Rudas ehemals geschaffene Institution des PSD für die Versorgung von Patienten mit psychischen Erkrankungen in Wien besitzt, geht aus folgenden Zahlen hervor: In den acht Sozialpsychiatrischen Ambulatorien wurden im Vorjahr 7.969 Personen mit insgesamt 166.329 Leistungen behandelt und betreut. In den angeschlossenen Therapeutischen Tageszentren wurden insgesamt 921 Menschen betreut und begleitet. 39 Prozent aller vom PSD behandelten und betreuten Menschen leiden unter einer schizophrenen Störung. Affektive Störungen (Depressionen etc.) weisen 26 Prozent auf, Neurosen, Belastungs und sogenannte somatoforme Störungen schließlich 18 Prozent. Die Psychiatrische Soforthilfe hatte 2018 Kontakt zu 4.827 Patienten. Das Kinder- und Jugendpsychiatrische Ambulatorium wurde von 261 Patienten in Anspruch genommen. Darüber hinaus 32 Kinder und Jugendliche in einem tagesklinischen Setting behandelt. Die Leistungen des Gerontopsychiatrischen Zentrums des PSD wurden von 1.785 Personen in Anspruch genommen.